Das Meer ist nicht mehr

Online seit dem 07.01.2007, Bibelstellen: Offenbarung 21,1

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr“ (Offenbarung 21,1).

Offenbarung 21,1–8 beschreibt den ewigen Zustand: Der erste Himmel und die erste Erde, die gegenwärtig bestehen, sind von einem neuen Himmel und einer neuen Erde abgelöst worden. Das bringt zweifellos gewaltige Veränderungen mit sich. Aber das Wort Gottes erwähnt an dieser Stelle nur eine einzige, die sich auf die Erde bezieht: „das Meer ist nicht mehr“.

Diese Aussage kann man buchstäblich nehmen, denn einige Verse vorher wird auch von dem Meer im materiellen Sinn gesprochen (Kap. 20,13). Das Meer ist heute charakteristisch für diese Erde, die „im Wasser besteht“ (2. Petrus 3,5). Ohne Meer ist heute kein Leben auf der Erde möglich. Aber Gott wird ganz neue Verhältnisse schaffen – Verhältnisse, die sich nicht mehr ändern und die für die verwandelten Körper der Heiligen absolut geeignete Lebensbedingungen darstellen werden. Die neue Erde wird der ewige Schauplatz des Glückes und des Segens unzähliger Erlöster[1] sein. Die Aussage, dass das Meer nicht mehr sein wird, ist zugleich symbolische Sprache. Wir wollen sieben Punkte damit verbinden. Das Meer spricht von …

… Tod

Das wütende Meer hat schon Millionen in den Tod gerissen. So ist es nicht von ungefähr, dass in Offenbarung 20,13 das Meer als Ort, wo Tote sind, ausdrücklich erwähnt wird. Doch der Tod wird weggetan werden. Wenn die Sünde aufgrund des Werkes des Herrn Jesus aus dem Kosmos verschwunden sein wird (Johannes 1,29), wird auch der Lohn der Sünde, der Tod, dort keinen Platz mehr haben. „Und der Tod wird nicht mehr sein“ (Offenbarung 21,4) – eine herrliche Aussicht für uns, die wir heute noch durch das „Tal des Todesschattens“ gehen!

… Unreinheit

Das Meer wühlt Kot und Schlamm auf und schäumt Schändlichkeiten aus (Jesaja 57,20; Judas 13). Das illustriert treffend den Zustand der gegenwärtigen Welt, die voll von dem Schmutz der Sünde ist. Noch werden die Seelen der Gerechten durch diesen „Dreck“ gequält, aber in der Neuschöpfung wird nicht eine Spur von Unreinheit gefunden werden. In ihr wird Gerechtigkeit wohnen; alles wird rein und heilig sein und der neuen Natur entsprechen. Das wird ungetrübte Freude für alle Gerechten bedeuten.  

… Unruhe

Das Meer ist ständig in Bewegung; es kann nicht ruhig sein (Jesaja 57,20; Jeremia 49,23). Der Mensch in dieser Welt ist kurz an Tagen und mit Unruhe gesättigt (Hiob 14,1). Und diese Unruhe kann sich auch in das Herz des Gläubigen einschleichen und zu einem Nerven aufreibenden Problem heranwachsen (Psalm 77,4). Aber – herrliche Wahrheit! – in Gottes großer  Ewigkeit gibt es keine Unruhe mehr. Die Erlösten werden von tiefem Frieden erfüllt sein, der nie mehr erschüttert werden kann.  

… Bedrängnis

Das wogende und tosende Meer bringt Menschen in Bedrängnis (vgl. Lukas 21,25). Und Bedrängnisse gibt es in dieser Welt zuhauf, gerade für Jünger des Herrn Jesus (Johannes 16,33). Fest steht, dass davor kein Gläubiger verschont bleibt, denn wir müssen durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen. Aber es steht auch fest, dass wir einmal dort sein werden, wo uns keine einzige Bedrängnis mehr erreichen wird!

… Angst

Das Meer bringt Menschen in Bedrängnis und es ruft auch Angst in ihren Herzen hervor (vgl. Sacharja 10,11). So erlebte Paulus einerseits von außen Drangsale und andererseits von innen Befürchtungen. Doch weder Drangsal noch Angst können uns von der Liebe Gottes scheiden (Römer 8,35). Und Gott wird uns in seiner Liebe an den Ort bringen, wo keine Furcht sich mehr unseres Herzens bemächtigen kann.

… Unordnung 

Das Meer ist nicht zu bändigen – deshalb ist es ein Bild wilder Völkermassen, die keine göttliche Ordnung anerkennen (Daniel 7,3; Offenbarung 13,1). Wir beobachten, dass die Menschen in den letzten Tagen immer weniger bereit sind, sich Gott und seinen guten Geboten unterzuordnen. Die bitteren Folgen davon kreuzen täglich unseren Weg. Doch an dem „Tag Gottes“ wird sich kein menschlicher Widerstand mehr regen und alles völlig mit dem guten Gott übereinstimmen – zum Segen des Geschöpfes.

… Trennung

Das Meer trennt Land und Leute voneinander. Dementsprechend gibt es heute Schranken und Barrieren, die die Gemeinschaft der Gläubigen einschränken oder sogar unmöglich machen. Wir dürfen uns jedoch freuen, dass wir einmal miteinander ungehindert Gemeinschaft haben werden. Das Wort „Trennung“ ist im Vokabular der Neuschöpfung Gottes nicht zu finden.

„Das Meer ist nicht mehr“ – ein weitreichender und großartiger Gedanke!

[1] Auf der neuen Erde werden alle Gläubigen leben, die nicht zur Versammlung gehören. Das, was sie dort genießen, dürfen wir aber auch auf uns beziehen, weil die Versammlung als Hütte Gottes auch auf der Erde sein wird (Offenbarung  21,3).

Gerrid Setzer