Sieben Kennzeichen eines Überrestes

Online seit dem 02.01.2007, Bibelstellen: Esra 1,2: Esra 2,59-63; Esra 2,68-69; Esra 3,2-4; Esra 4,1-3; Esra 4,4; Esra 5,1-2

In den ersten sechs Kapiteln des Buches Esra wird uns der Wiederaufbau des Tempels Gottes gezeigt. Er wurde von denen gebaut, die aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt waren. Das, was diesen Überrest gekennzeichnet hat, ist lehrreich und richtungweisend für uns. Wir wollen sieben Kennzeichen dieses Überrestes herausstellen und jeweils eine Anwendung machen:

  • Der Überrest errichtete den Altar und den Tempel in Jerusalem (Esra 1,2). Sie suchten das göttliche Zentrum und wählten nicht ein eigenen Ort aus. – Auch wir Christen haben ein Zentrum, das natürlich nicht geografisch zu verstehen ist: Da, wo zwei oder drei im Namen des Herrn Jesus versammelt sind, da ist er in der Mitte (Matthäus 18,20). 
  • Sie maßten sich nichts an, sondern akzeptierten den Zustand, in den sie durch ihre Untreue gekommen waren. Wenn manche ihre Geschlechtsregister nicht nachweisen konnten, so trugen sie die Konsequenzen und versuchten das nicht durch die „Urim und Thummin“ zu lösen, was Gott für ihre Tage offenbar nicht vorgesehen hatte (Esra 2,59–63). – Wenn Gott heute eine Erweckung schenkt, so geschieht sie in Tagen des Verfalls und wir brauchen nicht zu erwarten, dass Gott die Machterweisungen der ersten Tage wieder aufleben lässt. Philadelphia hat eine kleine Kraft (Offenbarung 3, 8) – und handelt entsprechend.
  • Sie lebten ein Leben der Hingabe und waren bereit, etwas für die Sache Gottes zu opfern (Esra 2,68–69). – Opferbereitschaft sollte auch uns kennzeichnen. Das fängt damit an, dass man sich selbst zuerst dem Herrn gibt (2. Korinther 8,5).
  • Sie waren dem Wort Gottes gehorsam und richteten ihr Handeln danach aus (Esra 3,2–4). – Ein effektives Bauen an dem Haus Gottes kann auch heute nur auf der Grundlage des Wortes Gottes geschehen. Wenn wir das nicht tun, laufen wir große Gefahr, wertlose Materialien zu bringen oder vielleicht etwas zu tun, was zerstörerisch wirkt (1. Korinther 3,12–17).
  • Sie sonderten sich von der „Welt“ ab und schlugen darum die ihnen angebotene Hilfe aus (Esra 4,1–3). – Der große Grundsatz des Hauses Gottes ist Heiligkeit (Psalm 93,5). Wenn wir ein Überrest sein wollen, der den Bau Gottes wirklich vorantreibt, dann müssen wir uns von dem Bösen absondern (2. Korinther 6,14 ff.), auch wenn das scheinbar große Nachteile mit sich bringt.
  • Der Überrest damals wurde angefeindet und ihre Arbeit stark behindert (Esra 4,4). – Uns wird es nicht anders gehen, wenn wir treu sein möchten (2. Timotheus 3,12). Da, wo Gott wirkt, regt sich eben auch schnell Widerstand (1. Korinther 16,9).
  • Unter dem Überrest wurde prophetischer Dienst getan und dieser Dienst wurde auch angenommen (Esra 5,1 ff.). – Prophetischer Dienst ist auch heute wichtig. Es sollten Brüder da sein, die den Finger auf die Wunde legen – und dann auch akzeptiert werden. Die Liebe verbietet nicht einen solchen Dienst (der sicher nicht immer angenehm ist), sondern sie schreit danach.

Wir wollen uns nicht zu einem „Überrest“ zählen, sondern das Urteil dem Herrn überlassen. Aber wir wollen uns danach ausstrecken, die Kennzeichen eines treuen Überrestes in unserem Leben und in unserer Mitte hervorleuchten zu lassen.

Gerrid Setzer