Mission impossible

Online seit dem 30.04.2018, Bibelstellen: Richter 7,1-22

Gideon hat unter der Leitung des Geistes Gottes aus einigen Stämmen Israels 32.000 Soldaten zusammentrommeln können. Die Armee der Midianiter, Amalektiker und Söhne des Ostens beziffert sich auf 135.000 Mann.

Das ist eine sehr schwierige Situation. Der Herr Jesus hat selbst gesagt, dass man bei einem Verhältnis von 2:1 (zugunsten des Feindes) schon ernsthaft überlegen sollte, ob nicht Friedensverhandlungen angebracht wären (Lk 14,31). Hier aber ist das Verhältnis 4:1.

Doch Gott gestattete den Kampf noch nicht, weil es noch zu viele Israeliten sind! Gott würde einen Sieg auf besondere Weise schenken, und damit sich das Volk Gottes nicht selbst rühmt, muss ihr Heer dezimiert werden.

Es sollen nun die Ängstlichen (die nicht auf Gott blickten, wie es der ängstliche Gideon tat) das Heer von Gideon verlassen. Dies geschah in Übereinstimmung mit 5. Mose 20,8, wo aber von einem Mann die Rede ist – hier wenden sich 22.000 Männer ab! Jetzt ist das Verhältnis 13,5:1.

Nachdem die Schwachherzigen aussortiert wurden, werden nun die Halbherzigen aussortiert. Dazu wird das Volk an das Wasser herabgeführt. Diejenigen, die mit der Zunge wie ein Hund lecken, sind fest entschlossen, den Kampf zu führen, und wollen keine Zeit verlieren. Diejenigen, die sich auf die Knie begeben, sind in ihrem Herzen nicht so entschlossen, das natürliche Bedürfnis rangiert höher – und darum werden sie nach Hause geschickt. Das sind aber 9700 Mann. Es bleiben also nur 300 bei Gideon. Damit ist das Verhältnis 450:1. Es ist endgültig Mission impossible.

Und diese 300 Mann werden nicht einmal anständig bewaffnet: Sie haben Nahrung dabei, Krüge, Fackeln und Posaunen – als würden sie zu einem großen Fest gehen. Die ganze Truppe Gideon ist so, wie wenn ein rollendes Gerstenbrot in das Heerlager hineinrollt (Ri 7,13). An sich kann es gar nichts ausrichten. Aber Gott sorgte doch für Sieg, indem er bei dem bunt zusammengestellten Heer Verwirrung hervorrief, so dass sie sich gegenseitig ausschalteten (Ri 7,22). Diese Verwirrung kam durch den Schall der Posaunen, durch das aus den Krügen hervorstrahlende Licht, die laut zerschmettert wurden.

Das erinnert uns an:

„Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als Herrn, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen [die Posaunen]. Denn der Gott, der sprach: Aus Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi [die Fackeln]. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die Überfülle der Kraft sei Gottes und nicht aus uns [die Krüge]“ (2. Kor 4,4–7).

Gott sorgt auch heute für (geistliche) Siege durch schwache Menschen, die sein Licht hervorstrahlen lassen und seine Botschaft weitersagen. Gott macht deutlich, dass der Triumpfzug des Evangeliums allein auf seiner Kraft beruht! Es ist sein Sieg, wenn Menschen sich bekehren, und ihm gebührt die Ehre.

Gerrid Setzer