Die christliche Visitenkarte – Teil 7: Das Geben

Online seit dem 14.06.2019

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies bedeutet, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, auch das Geben. Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Neuen Testament dienen.

Unser Herr war hier auf dieser Erde als Knecht Gottes. In dieser Zeit lebte er vor, was es heißt, zu geben. Er gab seine Zeit, seine Energie und letztlich sich selbst. Das Geben ist also auch etwas, was einen Christen, der Christus nachfolgt, auszeichnen sollte.

1.) Zeit dem Herrn geben – Matthäus 6,33: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“

Wenn uns das Reich Gottes etwas bedeutet, dann werden wir Zeit und Energie darauf verwenden, dieses voranzutreiben und unseren Herrn durch sein Wort besser kennenzulernen. Wenn wir uns mit ihm beschäftigen, führt das auch dazu, dass wir das Evangelium weitergeben.

2.) Unseren Leib dem Herrn geben – Römer 12,1: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, was euer vernünftiger Dienst ist.“

Unseren Leib als Schlachtopfer darzustellen bedeutet, diesen als Instrument für Gottes Willen herzugeben. Wir übergeben unseren Leib unserem Gott, und er kann dann durch unseren Leib wirken.

Das bedeutet auch Verzicht auf solche Formen des Genießens, die eine sündige Reizbefriedigung des Körpers verfolgen. Und wenn ein Christ z.B. gegen Rauchen, übermäßigen Alkoholkonsum oder ungute, lustgetriebene Erfahrungen Position bezieht, wird das von der Welt wahrgenommen.

3.) Freigiebig sein – Matthäus 6,3.4: „Du aber, wenn du Wohltätigkeit übst, so lass deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, damit deine Wohltätigkeit im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten.“

Auch materiell sollen wir geben, wenn möglich, im Verborgenen. Manche Situation erfordert jedoch öffentliche Freigiebigkeit, z.B. das Trinkgeld. Das Evangelium benötigt sicher keinen finanziellen Anreiz, aber geben wir z.B. im Restaurant oder im Taxi kein angemessenes Trinkgeld, sondern nur ein Traktat, führt dies vielleicht eher zu Ablehnung.

4.) Gebend durchs Leben gehen – Apostelgeschichte 20,35: „Ich habe euch in allem gezeigt, dass man, so arbeitend, sich der Schwachen annehmen und der Worte des Herrn Jesus gedenken müsse, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen.“

Generell, so wird unser Herr wörtlich zitiert, ist Geben seliger als Nehmen. D.h. also, in jedem Bereich unseres Lebens sollen wir eher geben, als uns etwas zu nehmen. Sei es z.B. in der Partnerschaft, dass wir statt auf unsere Bedürfnisse auf die des anderen schauen, am Arbeitsplatz mehr tun, als von uns gefordert wird … Es wird uns vergolten werden (s. Punkt 3).

Marc Schultz