Wie antwortet Gott auf Fragen?

Online seit dem 25.04.2019

Mancher von uns hat drängende und wichtige Fragen, auf die er gerne eine Antwort hätte. Und diese richten wir am besten an den, der uns Antwort geben kann und der uns seinen Frieden in diesen Dingen geben will (s. Philipper 4,6).

Wenn wir fragend im Gebet vor unseren Herrn kommen, sollten wir jedoch einige Voraussetzungen erfüllen, um ernsthaft mit einer Antwort rechnen zu können. Zum einen müssen wir wirklich mit einer Antwort von Ihm rechnen. Wenn wir uns die Antwort im Herzen schon selbst gegeben haben und von Gott nur Betätigung suchen, dann können wir seine Antwort wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen. Zum anderen können wir nicht immer sofort mit einer Antwort rechnen. Denn Gott kennt die beste und richtige Zeit und wird dann eine Antwort geben oder handeln. Dabei sollte unserer Haltung immer demütig sein, gepaart mit der Bereitschaft, ihm die Ehre zu geben (s. 1. Petrus 5,5–6; Jakobus 4,6).

Gott hat schon immer mit den Menschen geredet. Im Garten Eden und noch danach z.B. hat er direkt mit Adam, Eva und ihren Kindern gesprochen (s. 1. Mose 3,17; 4,6). Als Jesus Christus Mensch geworden war, war Gott direkt unter den Menschen und sprach zu ihren Herzen. Heute haben wir den Heiligen Geist, der ebenfalls zu uns redet, aber nicht (oder sehr selten) direkt hörbar. Stattdessen gibt es einige Kanäle, die hier meistens infrage kommen

1. Durch die Bibel: In der Heiligen Schrift finden wir Gottes Willen als niedergelegten Text. Wenn man die Bibel aufmerksam liest und Gottes Willen praktizieren will, beantwortet sich manche Frage von selbst. Ich brauche zum Beispiel nicht im Gebet erfragen, ob der Herr mir einen Partner zuführen will, der bereits mit jemand anderem verheiratet ist ...

2. Durch „Propheten“: Unter einem Propheten verstehen wir jemanden, der etwas über die Zukunft voraussagen oder Antworten auf ungeklärte Fragen geben kann. Der Grund dafür ist, dass er einen „guten Draht nach oben“ hat. Im Alten Testament hat Gott durch Propheten zu seinem Volk geredet (s. Jeremia 37,2). Unter den Christen gibt es besonders glaubensstarke Männer und Frauen, die durch ihre enge Verbindung zum Herrn und ihre Schriftkenntnis in der Lage sind, uns Antworten zu geben und die auch vom Herrn besonders begabt sind, eine „prophetisches Wort“ zu sagen.

3. Durch den Frieden des Christus: Wenn Gott uns über eine Sache seinen Frieden ins Herz gibt, ist dies eine schöne Form der Antwort, da wir dann zur Ruhe kommen. Wenn wir aufrichtig fragen und erhalten seinen Frieden darüber, dann können wir auch gläubig darauf vertrauen, dass es eintrifft, und entsprechend entscheiden (s. Kolosser 3,15). Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir uns hier nicht selbst betrügen. Wir können vielleicht zu einem rationalen Frieden gelangen, den wir uns durch eigene Argumente selbst schaffen.

Generell ist es gut, so lange zu beten, bis wir eine Antwort haben. Gott ist Zeit nicht unterworfen und er gibt uns die Klarheit zur rechten Zeit. Intensives Beten und Fasten kann dies unterstützen (s. Kolosser 4,2 und 2. Korinther 11,27).

Und das Gefühl? Gefühle sind sicherlich ebenfalls ein Indikator. Wer würde wohl Gott um Klarheit beim Kauf eines Haus bitten, das ihm überhaupt nicht gefällt, um Weisung bzgl. eines potenziellen Partner fragen, für den er gar nichts empfindet, oder um die Entscheidung, einem neuen Job in einem unangenehmen, gottlosen Umfeld anzunehmen!? Aber Gefühle sind eben höchstens das, ein Indikator. Sie sind manipulierbar und können uns deshalb im schlimmsten Fall sogar fehlleiten, falls wir vom Fleisch, einem bösen Menschen oder dem Teufel selbst beeinflusst wurden. Man muss Gott z.B. nicht morgens fragen, ob man zur Arbeit gehen soll, weil man sich heute nicht nach Arbeiten fühlt. Denn seine Gedenken dazu sind bekannt und nicht unserem Gefühl unterworfen (s. 2. Thessalonicher 3,10).

Gibt es etwas, das Gott nicht gebraucht, um uns zu antworten? Das kann man sicher so pauschal nicht sagen, da uns ja alle Dingen zum Guten mitwirken und in weitläufiger Anwendung so auch eine Antwort darstellen können (s. Römer 8,28). Aber nur weil Gott uns durch etwas Antwort geben kann, heißt das nicht, dass wir die Antwort auch überall suchen dürfen und sollen. So wird bspw. von Saul gesagt, dass er u.a. deshalb starb, weil er eine Wahrsagerin befragte (s. 1. Chronika 10,13). Gottlose Menschen, die Welt im allgemeinen oder gar Okkultismus sind nicht dafür prädestiniert, einem Kind Gottes Antworten auf seine Fragen zu geben.

Wir dürfen jedoch ruhig auch praktisch nach einer Antwort suchen und sie uns erarbeiten, z.B. durch den Austausch mit unseren Mitgeschwistern oder indem wir, sofern eine andere Person Teil der Fragestellung ist, diese mit einbeziehen (s. Sprüche 24,6; Matthäus 7,7).

Manchmal kommt auch die Frage auf nach Zeichen. Mancher bezieht sich hier auf die Zeichen, die Gott Gideon gab und wodurch ihm unmissverständlich klargemacht wurde, was der Wille Gottes war (s. Richter 6,37). Gott kann auch heute noch durch Zeichen zu uns reden. Dies erleben wir dann als besondere Führung, z.B. durch außergewöhnliche Geschehnisse um uns her.

Nachdem es aber, wie oben gesehen, Wahrscheinlicheres gibt, durch das Gott zu uns spricht, sollten wir uns nicht darauf verlassen, dass ein „Zettel mit der Antwort auf unsere Frage vom Himmel fällt“. Und auch dann gilt, dass wir einer Antwort gegenüber offen sein sollten. Denn sonst bringt selbst besondere Führung nichts. Gideon erhielt ein ganz klares Zeichen und erbat sich trotzdem noch ein Zweites (s. Richter 6,39).

Marc Schultz