Ich sah den Himmel geöffnet (Buchbesprechung)

Online seit dem 26.08.2019, Bibelstellen: Offenbarung 19-22

Ich sah den Himmel geöffnet; von Christian Briem; 320 Seiten; Hardcover; 8,90 €. Erhältlich bei Christliche Schriftenverbreitung (www.csv-verlag.de)

In den Schlusskapiteln der Offenbarung (Kapitel 19–22) schlägt Gott gleichsam die letzte Seite der Geschichte dieser Erde auf. Gott, der Sohn, betritt zum zweiten Mal den Schauplatz dieser Welt, aber diesmal, um Gericht auszuüben – und danach sein Friedensreich aufzurichten.

Das Buch Ich sah den Himmel geöffnet ist eine ausführliche Vers-für-Vers-Auslegung dieses erhabenen Bibelabschnitts (Off 19,11–22,5). In gewohnter Ausführlichkeit geht Christian Briem auf die dort beschriebenen Ereignisse ein. Der Herr Jesus erscheint in Herrlichkeit und besiegt das Tier (den zukünftigen römischen Machthaber) und den falschen Propheten (den Antichrist). Dann wird Satan gebunden in den Abgrund geworfen und Christus beginnt seine Friedensherrschaft, an der auch die Heiligen teilhaben. Am Ende dieses 1000-jährigen Friedensreiches wird Satan noch einmal losgelassen und er verführt die Nationen zu einer letzten Schlacht gegen Christus. Nach dem endgültigen Sieg über Satan wird das Gericht der Toten am großen weißen Thron beschrieben.

Vierzig Seiten des Buches sind außerdem den wenigen Versen über den ewigen Zustand gewidmet (Off 21,1–8), bevor es mit dem erhabenen Rückblick auf die himmlische Stadt, die Versammlung im 1000-jährigen Reich, endet.

Es ist nicht das Anliegen des Autors, Neugier in Bezug auf die Zukunft zu befriedigen. Der Leser soll vielmehr erkennen, wie Gott seinem Sohn im Himmel und auf der Erde den Platz verschafft, der Ihm gebührt. Der Nutzen dieses Buches liegt einerseits darin, dass viele Begriffe dieses Bibelabschnittes im gesamten Kontext der Heiligen Schrift erklärt werden (Beispiele: Armagedon; Bezeichnungen für Satan; der große, weiße Thron; der Baum des Lebens etc.). Andererseits nimmt sich der Autor auch schwieriger Fragen an wie: „Üben die Heiligen Gericht aus?“, „Ist Satan heute im Himmel?“ oder „Inwiefern sind Himmel und Erde im ewigen Zustand ‚neu‘?“.

Besonders wertvoll wird dieses Buch dadurch, dass der Autor nicht nur die Chronologie der zukünftigen Ereignisse durch eine klare Gliederung deutlich macht, sondern das Gewicht dieses prophetischen Wortes auf Herz und Gewissen legt, so dass man als Leser ermuntert und angespornt wird. Ein kleiner Buchauszug soll einen Vorgeschmack auf die „Atmosphäre“ dieses Werkes geben:

Nun ist der Heiland verherrlicht im Himmel, und Er hat Seinen Knechten diese „Seine Offenbarung“, Seine „Enthüllung“, gegeben, um ihnen zu zeigen, was bald geschehen muss. Er will damit unseren Blick von dieser armen Welt weg- und ihn hinlenken zu jenen Sphären der Herrlichkeit, mit denen jeder Überwinder belohnt wird. […] So großartig und strahlend sind die himmlischen Szenen, von denen das „Lamm“ den Mittelpunkt bildet, dass wir mit Petrus unwillkürlich ausrufen mögen: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind.“ Aufgerüttelt durch die Worte dieses Buches, wird in uns das Verlangen nach Seiner Ankunft auf wunderbare Weise gestärkt. Doch wenn Er mit Seinem Kommen noch eine kleine Zeit warten sollte, dann möchte Er uns durch diese wunderbaren Gesichte über Szenen des Gerichts und der Herrlichkeit ermutigen, noch ein wenig mit dem Dienst für Ihn fortzufahren und für Seinen Namen zu leiden.“

Sehr nützlich sind auch das Stichwort- und das Stellenverzeichnis am Ende des Buches, so dass es sich gut als Nachschlagewerk eignet. Mit 320 Seiten ist es umfangreicher als manche Auslegung über die gesamte Offenbarung.

Marco Leßmann