Die Bergpredigt (3) – Fragen und Antworten

Online seit dem 13.10.2019, Bibelstellen: Mt 5,17-32

Es geht um Matthäus 5,17–32.

Fragen

1.     Inwiefern hat Christus das Gesetz und die Propheten erfüllt (Mt 5,17)?

a.) Er hat das Gesetz vom Sinai im Gehorsam vollkommen erfüllt.

b.) Er hat die tiefe Bedeutung von Gesetz und Prophezeiungen gezeigt.

c.) Er hat die Voraussagen der Propheten erfüllt.

2.     Was ist ein Jota und was ein Strichlein (Mt 5,18)?

a.) Jota ist der kleinste Buchstabe im hebräischen Alphabet und das Strichlein ist ein sogenannter Diphtong im griechischen Alphabet.

b.) Jota ist der kleinste Buchstabe im griechischen Alphabet und das Strichlein ist ein Haken im hebräischen Alphabet, der an sich gleiche Buchstaben „verändert“.

c.) Jota ist ein kleiner Buchstabe und Strichlein ein kleines Häkchen im Griechischen.

3.     Inwiefern muss unsere Gerechtigkeit besser sein als die der Schriftgelehrten (Mt 5,20)?

a.) Die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten war oberflächlich, sie dachten, Gott sei mit ihnen zufrieden, nur weil sie viel über Gebote geredet und hier und da eins gehalten haben. Wir brauchen aber ein gerechtes Leben, das aus der neuen Natur hervorkommt, die wir durch den Glauben an den Herrn Jesus empfangen. Wer ein Leben in echter praktischer Gerechtigkeit führt, der ist auf dem Weg zum Himmel.

b.) Die gerechten Taten werden von Gott auf die Waagschale gelegt. Wer genug gesammelt hat, kann in das Reich der Himmel eingehen. Die Schriftgelehrten erreichten nicht den von Gott bestimmten Prozentsatz an gerechten Werken.

c.) Die Gerechtigkeit eines natürlichen Menschen hat keinen Wert vor Gott. Wir müssen mit göttlicher Gerechtigkeit bekleidet werden. Nur so können wir vor ihm bestehen.

4.     Erkläre Matthäus 5,21.22!

a.) Im Gesetz steht, dass der Mörder dem Gericht verfallen sein wird. Das ist aber so nicht richtig. Denn es muss schon derjenige vor das Gericht gezogen werden, der ein Schimpfwort gebraucht. Wer ein besonders schlimmes Schimpfwort gebraucht, der muss vor das Synedrium, das höchste Gericht. Wer ein ganz böses Schimpfwort gebraucht, der hat die Hölle verdient. So sollten es die Schriftgelehrten lehren und praktizieren.

b.) Es geht nicht direkt um das, was das Gesetz gesagt hat, aber es geht um die Traditionen der Pharisäer. Diese Traditionen haben die Tendenz, das Gesetz abzuschwächen. Der Herr setzt neue Maßstäbe für seine Jünger, dabei geht er nicht gegen das Gesetz vor.

c.) Das „Du sollst nicht töten“ steht im Gesetz Moses, aber der Nachsatz nicht. Die Pharisäer sollten, statt sich Zusatzvorschriften zu dem Gesetz zu überlegen, bedenken, dass das Gesetz sich letztlich gegen den Hass richtet (der im Mord zum Ausdruck kommt). Und Schimpfworte bringen diesen Hass auch schon zum Ausdruck. Wenn sie also Gerichtssitzungen in genauer Überstimmung mit dem Gesetz halten wollten, dann mussten sie auch Schimpfworte behandeln. Und die Pharisäer sollten ferner bedenken, dass bereits Schimpfworte Sünde sind und damit zur Hölle führen (und das gilt für jedes Schimpfwort).

5.     Gibt es zwischen Mt 5,23.24 und Mt 5,25.26 eine eindeutige Verbindungslinie?

a.) Die Verbindungslinie ist, dass man schnell Dinge in Ordnung bringen soll: Wenn man dabei ist, für Gott etwas zu geben, und man denkt daran, dass es eine unbereinigte Sache gibt – dann sollte man dieses zwischenmenschliche Problem sofort regeln, bevor man Gott das Opfer bringt. Und wenn man zum Richter geschleift wird, sollte man unterwegs schnell noch versuchen, die Sache einvernehmlich zu regeln, bevor der harte Urteilsspruch verkündet wird.

b.) Es gibt zwar manche Auslegungsversuche, aber sie überzeugen alle nicht: Die Verbindungslinie ist nicht wirklich erkennbar. Die Verbindung zu dem Vorhergehenden besteht aber: Wenn man jemand beschimpft hat („Raka“ etc.) und der andere beleidigt ist, dann muss das geregelt werden.

c.) Es geht um das Verhältnis zu Gott: Ihm bringen wir Opfer dar und im Bild des Richters sehen wir den Vater, der ohne Ansehen der Personen richtet nach eines jeden Werks. Das ist hier die Hauptverbindungslinie.

6.     Zeige den Gegensatz von Mt 5,27 und Mt 5,28 auf!

a.) Der Ehebruch wurde im Gesetz nicht geregelt, das macht Christus nun deutlich. Es geht für Jünger Jesu nicht nur um das äußere Verhalten.

b.) Die Pharisäer waren schon zufrieden, wenn kein buchstäblicher Ehebruch vollzogen wurde. Sie sollten sich aber über ihre sündigen Gedanken („Ehebruch im Herzen“) klar werden und diese verurteilen.

c.) Der Herr verurteilt auch hier wieder die Traditionen der Pharisäer; der Herr zeigt die tieferen Gedanken Gottes auf, die unter der Oberfläche des Gesetzes liegen. Wenn das Gesetz Ehebruch verbietet, dann muss man auch konsequent zu Ende denken.

7.     Was bedeutet es, das rechte Auge auszureißen, damit der ganze Leib nicht in die Hölle geworfen wird (Mt 5,29)?

a.) Das muss tatsächlich buchstäblich genommen werden. Natürlich ist das nur krasseste Fall, der überhaupt vorkommen kann; und es gibt sehr viele Zwischenstufen dahin. Aber so muss ein Jünger handeln, wenn es drauf ankommt, wenn es wirklich sein muss.

b.) Es ist ein Bild davon, dass man radikale und schmerzhafte Maßnahmen ergreifen sollte, damit man nicht (durch das Anschauen böser Dinge) auf einen Sündenweg gezogen wird – und der Sündenweg ist der Weg zur Hölle.

c.) Wichtig: Es geht hier nur um Ungläubige (was die Erwähnung der Hölle klar machen sollte). Sie müssen alle Hindernisse beseitigen, damit sie in Christus das Heil ergreifen können. Das ist ein großes Thema der Bergpredigt, was auch hier wieder aufgegriffen wird (wenn auch nicht so augenfällig).

8.     Was ist die Bedeutung von Mt 5,31?

a.)  Die Tradition sagt: Das Gesetz Moses erlaubt die Ehescheidung dann, wenn ein offizieller Scheidungsbrief ausgefertigt wird.

b.)  Die Tradition sagt: Nur Männer dürfen Frauen entlassen, aber nicht umgekehrt.

c.)   Es ist nicht das, was die Tradition sagt, sondern das, was Gott durch Mose gesagt hat.

9.     Erkläre Mt 5,32!

a.)  Im Altertum wurden verlobte Paare auch schon als „Mann und Frau“ bezeichnet (vgl. Mt 1,18.20). Sollte in der Verlobungszeit etwas „vorfallen“, konnte wieder getrennt werden. Die Ehe an sich darf nie geschieden werden, das sagen andere Stellen (1. Kor 7,10.11 etc.)

b.)  Ein Ehepartner kann nur aus dem Grund entlassen werden, wenn Hurerei (Unzucht) stattgefunden hat. Wer es trotzdem macht, sorgt dafür, dass der Entlassene eine neue, unerlaubte Verbindung eingeht und damit Ehebruch begeht. Wer eine Entlassene heiratet, begeht auch Ehebruch (denn die vorherige Ehe wurde nicht rechtmäßig geschieden).

c.)   Es geht hier um die unerlaubte Verbindung zwischen Blutsverwandten (3. Mose 18,6–18). Nur wenn das geschieht, darf geschieden werden, sonst nicht. Ansonsten siehe b.)

Antworten 

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Gerrid Setzer