Drei wichtige Tatsachen im Neuen Testament

Online seit dem 12.05.2020, Bibelstellen: Johannes 9,39; 16,9-11; 14,15-17.26; 1. Thessalonicher 4,16-17; 5,1-5; 2. Thessalonicher 1,5-10

Der vorbehaltlose Leser des Neuen Testaments wird darin drei große Tatsachen finden.

  1. Der Sohn Gottes ist vom Himmel auf die Erde gekommen und von der Erde in den Himmel zurückgekehrt.
  2. Der Heilige Geist ist, infolge der Rückkehr des Sohnes Gottes in den Himmel, auf die Erde gekommen.
  3. Der Herr Jesus wird ein zweites Mal kommen.

Es handelt sich dabei nicht um christliche Lehren oder Symbole, sondern um Tatsachen. Und jede dieser drei Tatsachen hat einen zweifachen Effekt – einerseits für die Welt und andererseits für die Gläubigen.

Der Sohn Gottes ist vom Himmel auf die Erde gekommen

Der Sohn Gottes, Gott gepriesen in Ewigkeit, kam auf diese Erde in Demut und Niedrigkeit. Er wirkte die Werke und redete die Worte dessen, der ihn gesandt hatte. Und er kam nicht, um die Welt zu richten, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde. Gott war in Christus, die Welt mit sich selbst versöhnend.

Trotzdem sagte er, dass er zum Gericht in diese Welt gekommen ist. An seiner Person schieden sich die Sehenden von den Nichtsehenden. Die Welt kannte ihn nicht. Sie sah zwar die Werke, beobachtete, wie er lehrte, heilte, tröstete, ermahnte, diente, betete und allen Bedürfnissen der Menschen begegnete, aber sie hasste ihn trotzdem. Sie machte das Maß ihrer Sünde voll, als sie dem demütigen Menschen, der in vollkommener Liebe zu ihr gekommen war, einen Mörder vorzog und ihn ans Kreuz nagelte und umbrachte.

Andererseits sind in der Welt solche, die ihn erkannt haben. Sie haben ihn aufgenommen und dadurch das Recht bekommen, Kinder Gottes zu heißen. Und Gottes Plan war es, am Kreuz von Golgatha, wo der Mensch sein Sündenmaß voll gemacht hat, die Grundlage zu legen, auf der Menschen errettet werden können.

Der Herr Jesus hat am Kreuz unter der Behandlung und dem Hass der Menschen gelitten. Psalm 69 zeigt uns etwas von der Tiefe dieser Leiden. Aber der Psalm zeigt auch, dass diese Behandlung des Sohnes Gottes durch den Menschen die Vergeltung Gottes und das Gericht nach sich ziehen wird. So kann die Rückkehr des Sohnes Gottes in den Himmel, für die Welt, die ihn nicht wollte (und bis heute nicht will) nichts anderes als Gericht bedeuten.

Gleichzeitig hat der Herr Jesus am Kreuz auch als Opfer für die Sünde gelitten und Sühnung bewirkt. Psalm 22 bezeugt die Tiefe dieser Leiden. Und, ganz anders als in Psalm 69, sehen wir in Psalm 22 die segensreichen Folgen dieser Leiden. Für die, die ihre Schuld vor Gott bekannt haben, bedeutet die Rückkehr des Sohnes Gottes Segen und Frieden.

Der Heilige Geist ist auf die Erde gekommen

Das Kommen des Heiligen Geistes ist eine ebenso sichere Tatsache wie das Kommen des Herrn Jesus auf die Erde und seine Rückkehr in den Himmel. Und auch diese Tatsache hat eine zweifache Wirkung – für die Welt und für die Gläubigen.

Für die Welt ist der Heilige Geist als Überführer gekommen. In Johannes 16,8–11 wird gezeigt, dass er die Welt in dreifacher Weise überführt (ob sie es annehmen wollen oder nicht): von Sünde, von Gerechtigkeit und von Gericht. Und der Maßstab, mit dem gemessen wird, ist der Herr Jesus. Die Welt hat nicht an den Sohn Gottes geglaubt, ihn gehasst und verworfen. Von dieser Sünde der Welt zeugt jetzt der Heilige Geist. Den von der Welt Verworfenen hat der Vater in den Himmel aufgenommen und geehrt. Und diese Antwort Gottes auf das Leben und Sterben des Herrn Jesus ist gerecht. Die Anwesenheit des Heiligen Geistes bezeugt diese Gerechtigkeit des Vaters. Und sie bezeugt ebenfalls, dass der Teufel, der große Verführer der Menschen, der sie dahin gebracht hat, den Gesandten zum Vater zu hassen und zu kreuzigen, nichts anderes als das Gericht zu erwarten hat. Und mit ihm alle, die sich nicht durch Buße und Bekehrung von diesem verderbten Menschengeschlecht retten ließen.

Für die Gläubigen ist der Heilige Geist der Tröster. Er tröstet sie während der Abwesenheit ihres Erretters, indem er Christus verherrlicht. Er empfängt von den Dingen Christi und verkündigt sie, er lehrt und erinnert an alles, was Christus gesagt hat. Er verbindet die Herzen mit Christus im Himmel und trennt sie so von der Welt.

So zeugt die Gegenwart des Heiligen Geistes auf der Erde der Welt gegenüber von Gericht, aber den Gläubigen gegenüber von Segen und Frieden.

Der Herr Jesus wird ein zweites Mal kommen

So sicher wie die Tatsache des Kommens des Herrn Jesus auf die Erde und des Kommens des Heiligen Geistes auf die Erde nach der Rückkehr des Sohnes Gottes in den Himmel ist auch die Tatsache des Wiederkommens des Herrn Jesus.

Und auch diese Tatsache hat eine zweifache Bedeutung – für die Welt und für die Gläubigen. Und hier wird die Unterscheidung umso deutlicher, weil das Kommen des Herrn für die Gläubigen zur Entrückung auch zeitlich unterschieden werden muss von dem Kommen des Herrn mit den Gläubigen auf die Erde zum Gericht und zur Errichtung seines Reiches auf der Erde.

Das Kommen des Herrn zur Entrückung der Gläubigen wird in 1. Thessalonicher 4,16–17 beschrieben. Es ist das Kommen des Herrn, um seine Knechte vom Kampfplatz zu sich zu rufen. Es ist das Kommen des Bräutigams für seine Braut. Es mündet darin, dass die Seinen „allezeit bei dem Herrn“ sind. Die, die heute Bedrängnis haben, werden dann in Gottes Ruhe eingehen (2. Thess 1,7).

Ganz anders ist der Charakter des Kommens des Herrn auf diese Erde am „Tag des Herrn“. Dies wird in Judas 14–15 und in Offenbarung 19,11–21 beschrieben. Während die Entrückung der Gläubigen jederzeit stattfinden kann und keine Ereignisse mehr vorher geschehen müssen, wird das Kommen des Herrn zum Gericht von vielen schrecklichen Ereignissen eingeleitet und begleitet sein. Der Herr Kommt dann nicht als Bräutigam, sondern als Dieb in der Nacht.

Und wieder wird es die Frage sein, wie man zu der Person des Sohnes Gottes steht, die alles entscheiden wird. Diejenigen, „die des Christus sind“ und die für ihn hier auf der Erde gelebt und gelitten haben, wird sein Kommen zur Entrückung Errettung, Ruhe und Segen bringen. Für diejenigen, die „dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen“ und die die Gläubigen „bedrängen“ und damit auch Christus verwerfen und verfolgen, wird sein Kommen (mit den Seinen) Gericht bedeuten, „Drangsal“, „Vergeltung“, „Strafe“ und „ewiges Verderben [weg] vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er kommt, um an jenem Tag verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen denen, die geglaubt haben.

Wie stehst Du zu dem Sohn Gottes?

Marco Leßmann