Das Ende des Herrn

Online seit dem 23.09.2020, Bibelstellen: 1. Mose 47; Hiob 42

Es ist immer sehr interessant zu sehen, wie Gott Menschen verändert und zu seiner Ehre gebraucht. Die Beziehung zu Ihm bzw. zu unserem Herrn Jesus ist immer der entscheidende Punkt im Leben eines jedem Menschen. Wir können anhand einiger Beispiele aus der Bibel erkennen, dass Gott immer zu Seinem Ende kommt.

Zu Samuel sagte Gott einst (als es um das Gericht über Eli und sein Haus ging) in 1. Samuel 3,12: „Ich werde beginnen und vollenden“, ein grundsätzlicher Gedanke, den wir auch im Neuen Testament wiederfinden. In Philipper 1,6 schreibt Paulus, dass er guter Zuversicht ist, „dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Christi.“ Gott lässt ein von Ihm begonnenes Werk nie unvollendet!

Gottes Ende mit Jakobs

Und als die Tage Israels herannahten, dass er sterben sollte, .... Und Israel betete an am Kopfende des Bettes. (1. Mose 47,29.31)

Durch Glauben segnete Jakob sterbend jeden der Söhne Josephs und betete an über der Spitze seines Stabes. (Heb 11,21)

Wenn wir das Leben Jakobs (Jakob bedeutet Überlister) anschauen, dann finden wir einen Mann, der von Anfang an einen eigenwilligen und betrügerischen Geist zeigt. Immer wieder betrügt er und wird als Folge in seinem weiteren Leben auch selbst betrogen. Er versucht in seiner eigenen Kraft sein Leben zu führen und Schwierigkeiten zu regeln.

In 1. Mose 32 finden wir dann den Wendepunkt in Jakobs Leben, wo Gott mit Jakob ringt (nicht umgekehrt!). Erst als Gott ihm durch das Verrenken der Hüfte Jakob die Kraft nimmt, hängt er sich an Gott und sagt: „Ich lasse dich nicht los, es sei denn du segnest mich“ (V27). Daraufhin bekommt er auch den neuen Namen Israel („Kämpfer Gottes“). Doch diese Lektion in der Schule Gottes, schien noch keine dauerhafte Veränderung in Jakob hervorgerufen zu haben, da in 1. Mose 33 und 35 immer noch mit dem alten Namen „Jakob“ über ihn berichtet wird.

In Kapitel 35 sehen wir, wie Gott ihn nach Bethel („Haus Gottes“) führt. Auf dem Weg nach Bethel vergrub Jakob die fremden Götter, die in seiner Familie war. Er ließ jeden seine Kleider wechseln und baut dann in Bethel dem HERRN einen Altar. Hier findet eine echte Veränderung statt! Er lebt nun sozusagen in der Gemeinschaft mit Gott und hält sich anbetend im „Haus Gottes“ auf. Daraufhin erscheint Gott ihm ein zweimal und erneuert die Namensgebung zu „Israel“ (1.Mo 35,9.10).

Zum Ende seines Lebens kommt Jakob zu Joseph nach Ägypten und segnet den Pharao. Nachdem Joseph ihm versprochen hatte, ihn nicht in Ägypten zu begraben, betet er am Kopfende seines Bettes an. Aus Hebräer 11 wissen wir, dass er am Ende noch Josephs Söhne segnet und über der Spitze seines Stabes anbetet. Er sieht sich als Fremdling und Pilger, irdischen Dinge sind ihm unwichtig, jetzt sind seine Gedanken ganz auf das Ewige ausgerichtet.

Was für eine wunderbare Wandlung, vom Überlister zum Anbeter! Einzigartige Gnade Gottes! Diese Gnade möchte Gott auch heute noch in dir und mir bewirken, öffnen wir ihm unser Herz dafür?

Gottes Ende mit Joseph

Ihr zwar hattet Böses gegen mich im Sinn; Gott [aber] hatte im Sinn, es gut zu machen, damit er täte, wie es an diesem Tag ist, um ein großes Volk am Leben zu erhalten. (1.Mose 50,20)

Im Leben Josephs ist das Wirken Gottes ein anderes. Wir lesen nichts von einem eigenwilligen Leben  – ganz im Gegenteil! Er lebt in Hebron, dem Ort der Gemeinschaft, und wird von dort zu seinen Brüdern gesandt. Er geht zu seinen Brüdern, aber diese hassen ihn und verkaufen ihn an die Ismaeliter, durch die er nach Ägypten an den Hof des Pharaos kommt.

Am Hof des Pharaos muss Joseph als Sklave dienen. Gerade in diesen Umständen ist so ermutigend zu sehen, dass der Herr mit ihm war und Joseph ein Mann war, dem alles gelang (1. Mo 39,2). Josephs Leben muss zur Ehre Gottes gewesen sein, denn der HERR segnete das ganze Haus des Pharaos um Josephs willen!

Durch die Boshaftigkeit und Betrug der Frau des Potiphars wird Joseph zu Unrecht ins Gefängnis geworfen. Wieder lesen wir, dass der Herr mit Joseph war und ihm alles gelang (1. Mo 39,21). Der HERR ließ ihn dann solange im Gefängnis, bis Gottes Zeit gekommen war ihn an den Platz zu stellen, wo Er ihn haben wollte.

Durch die Träume des Pharaos kommt er aus dem Gefängnis und wird zum zweitmächtigsten Mann im Land. Joseph sieht in allem die Hand Gottes, nimmt alles aus Gottes Hand an und kann dadurch seinen Brüdern vergeben und Gutes tun. Aus Psalm 105,17 wissen wir, dass Gott Joseph vor ihnen hergesandt hatte, um durch ihn Sein Volk am Leben zu erhalten.

Das sind Gottes wunderbare und einzigartige Wege! Wir können ihm vertrauen, dass er mit uns ist und uns immer an den Platz stellt wo er uns haben möchte, auch wenn wir es nicht verstehen! Bist du bereit Unrecht zu leiden, in dem Bewusstsein, dass Gott Seinen Plan damit hat?

Gottes Ende mit dem Volk Israel

Und du sollst dich an den ganzen Weg erinnern, den der Herr, dein Gott, dich hat wandern lassen diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. ...der dich in der Wüste mit Man speiste, das deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und um dich zu prüfen, damit er dir Gutes tue an deinem Ende, ... (5. Mo 8,2.16)

Gott hatte das Volk Israel aus Ägypten befreit, um sie in das Land Kanaan zu bringen. Doch schon früh zeigte sich das Herz der Israeliten, sie murrten, wollten sogar wieder zurück nach Ägypten, um dort zu dienen (2.Mo 14,12). Sie taten dies, obwohl sie vorher unter der Last der Arbeiten seufzten und deshalb schrien (2.Mo 3,23). Dieses Verhalten zeigt die ganze Verdorbenheit des menschlichen Herzens.

Als die Kundschafter das Land auskundschaften, werden der Unglaube und Ungehorsam des Volkes besonders sichtbar (4. Mo 13,28.32). Gott spricht sogar davon, dass sie Ihn verachten und das kostbare Land verschmähten (4. Mo 14,22.23.31). Das Gute, das Gott ihnen geben wollte, lehnten sie ab! Dies führte schließlich dazu, dass sie 40 Jahre durch die Wüste ziehen und alle Erwachsenen in der Wüste sterben mussten (bis auf Josua und Kaleb).

Gott wusste alles schon im Voraus. Aber sein Ziel war es, den Zustand ihrer Herzen zu offenbaren, sie zu demütigen und Ihnen Gutes zu tun am Ende, das bedeutet: sie in den reichen Segen des Landes einzuführen. Auf Grund des Unglaubens und des Ungehorsams durften dann aber nur die Nachkommen das Land in Besitz nehmen und von der Frucht des Landes genießen.

Gott handelt mit uns in ähnlicher Weise: manchmal muss er uns Umwege führen, wegen unseres Unglaubens, unseres Ungehorsams und unsere Eigenwillens. Er will uns prüfen und erkennen lassen, was in unseren Herzen ist, uns demütigen, damit wir uns und Ihn besser kennen lernen. Seine Absicht ist immer, uns Gutes zu tun, uns den vollen Genuss des Segens zukommen zu lassen, den Er vorbereitet hat! Bist du bereit, dich von ihm verändern zu lassen, damit du Gottes Segen mehr genießen kannst?

Gottes Ende mit Hiob

Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Von dem Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende [des] Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist. ...  Und der Herr segnete das Ende Hiobs mehr als seinen Anfang (Jakobus 5,11 und Hiob 42,12).

Hiob war vollkommen, rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend (Hiob 1,1). Wir würden sagen, ein Mann wie er sein soll nach Gottes Gedanken. Dennoch erlaubte Gott dem Teufel, ihn im eingeschränkten Maß zu versuchen. Dadurch verlor Hiob fast alles, wurde sehr krank und musste viel leiden! Selbst seine Frau sagte, dass er sich von Gott lossagen sollte. Alles schien sich gegen ihn zu wenden.

Doch Hiob wollte sowohl das Gute als auch das Böse von Gott annehmen und sündigte dabei nicht gegen Ihn (Hiob 2,9.10). Sein Vertrauen in seinen Gott, der alles in seinen Händen hält und von dem er alles so annimmt ist schon sehr bemerkenswert. Er wartete, dass Gott in Seiner Weisheit und Liebe seine Umstände veränderte (Hiob 23,14)!

Aber warum erlaubte Gott das alles? Warum ließ er zu, dass Hiob so leiden musste? Konnte er nicht einschreiten? – Ja natürlich konnte er, aber Gott benutzt diese Umstände, um Hiob sein Herz zu zeigen, damit Hiob seine Selbstgerechtigkeit erkennt und verurteilt. Es ist also auch eine Erziehungsmaßnahme Gottes. Doch dabei lernt er nicht nur sein Herz, sondern auch Gottes Herz kennen.

Hiob harrte aus in seinen Leiden und durfte in schwierigen Umständen erfahren, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist. Gott weiß auch, was du leidest, und er empfindet mit dir –  das ist ein besonderer Ausdruck seiner Liebe, ein Trost in Leiden! Dennoch müssen wir zugeben, dass seine Gedanken oft höher sind als unsere Gedanken, und seine Wege höher als unsere Wege (Jes 55,8.9)!

Hiobs Selbsterkenntnis und sein Ausharren führten dazu, dass Gott ihn am Ende reichlich segnete. Er gab ihm sogar das Doppelte von dem, was er vorher gehabt hatte (Hiob 42,10). Hiob erfuhr tatsächlich, dass Gott Schmerz bereitet, verbindet, zerschlägt, und dass seine Hände heilen (Hiob 5,17.18)! Wenn wir in schwierigen Umständen bereit sind, uns selbst zu prüfen und auszuharren, wird Gott es zum Segen sein lassen. Bist du bereit dazu?

Schlussgedanken

In den Beispielen sehen wir, dass denen die Gott lieben alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind (Röm 8,28). Wenn wir jeden Tag unter dem Bewusstsein leben, dass wir der Gegenstand der Liebe Gottes sind, dann werden wir mehr Sein Wirken und Handeln in unserem Leben erkennen. Dann sind unsere Blicke auf unseren Herrn und Heiland und unseren liebenden Vater gerichtet. Wir erwarten alles von Ihm und richten alles zu Ihm hin aus. Dadurch können selbst Tränentäler zu einem Quellenort werden (Ps 84,7), zum Segen für uns und zur Gottes Ehre und Herrlichkeit!                                             

Manuel Dietermann