Ein Loblied trotz Leiden

Online seit dem 02.11.2020, Bibelstellen: Mt 26,30; Mk 14,26

„Und als sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg“ (Mt 26,30; Mk 14,26).

Dieser Vers ist sehr eindrücklich. Unser Herr Jesus befand sich in der Nacht, in der Er überliefert wurde (1. Kor 11,23). Im Obersaal in Jerusalem hatte Er seinen Jüngern die Füße gewaschen, das Passahmahl begangen und dabei den Verräter Judas enttarnt, sein Gedächtnismahl eingesetzt, seine Jünger auf sein Weggeben von dieser Erde vorbereitet und ihnen für die Zeit seiner Abwesenheit herrliche Wahrheiten (z.B. über den Heiligen Geist und das Haus seines Vaters) offenbart. Gegen Ende des Zusammenseins im Obersaal sang der Herr mit seinen Jüngern ein Loblied und ging dann in die Nacht hinaus, an den Ölberg.

Der Heiland hatte unermessliche Leiden vor sich. Sein Weg würde über Gethsemane und Gabbatha nach Golgatha führen. Bewegt es da nicht unsere Herzen, unseren Herrn in seiner Weihe seinem Gott und Vater gegenüber zu sehen? Seine Hingabe zu Ihm ging so weit, dass Er angesichts dieser Leiden ein Loblied auf den Lippen hatte! Wie treu hat Er Psalm 34,2 erfüllt: „Beständig soll sein Lob in meinem Mund sein“ (Ps 34,2).

Wollen wir uns nicht ermuntern lassen, dem Beispiel unseres Meisters zu folgen und trotz Schwierigkeiten im persönlichen sowie gemeinschaftlichen Leben Gott zu aller Zeit durch den Herrn Jesus ein Opfer des Lobes darzubringen, „das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Heb 13,15)? Epheser 5,18–20 belehrt uns: „Werdet mit dem Geist erfüllt, redend zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen, danksagend allezeit für alles dem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Paulus und Silas, die im Gefängnis angekettet um Mitternacht Gott einen Lobgesang darbrachten, sind uns ebenfalls ein großes Vorbild (Apg 16,24–25).

Wir wollen uns gegenseitig ermuntern, dem Beispiel unseres Heilands sowie seiner Jünger zu folgen und auch in schwierigen Zeiten unserem Gott Lobgesang zu bringen. Er ist es wert und würdig!

 „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade“ (Kol 3,16). „Inmitten der Versammlung will ich dir lobsingen (Heb 2,12).

Manuel Thomas