Gedanken zur Stiftshütte

Online seit dem 18.03.2007, Bibelstellen: 2. Mose 15,13

Wer sich mit einem Gegenstand in der Schrift beschäftigen möchte, stellt in der Regel zunächst einige grundsätzliche Erwägungen an. Darum geht es auch in den nachfolgenden Zeilen, die dem interessanten Thema der Stiftshütte gewidmet sind.

Voraussetzung für das Wohnen Gottes

Gott möchte in der Mitte seines Volkes wohnen. Doch er konnte erst Wohnung bei seinem Volk Israel nehmen, nachdem sie unter dem Blut des Passahlammes standen (2. Mose 12), für ihn geheiligt (2. Mose 13) und aus der Knechtschaft befreit waren (2. Mose 14). Gott wohnte nicht in Ägypten. Darum wird die Wohnung Gottes erst nach dem Auszug aus Ägypten genannt: „Du hast durch deine Güte geleitet das Volk, das du erlöst hast, hast es durch deine Stärke geführt zu deiner heiligen Wohnung“ (2. Mose 15,13). Diese Stelle zeigt klar: Gott wohnt nur bei einem erlösten Volk. Zu diesem Zeitpunkt (2. Mose 15) war das Heiligtum natürlich noch gar nicht aufgerichtet, aber Mose und die Kinder Israel sprachen prophetisch von der Stiftshütte.

Eine weitere Voraussetzung für das Wohnen Gottes inmitten seines Volkes war, dass sie den Bau genau nach den Anforderungen Gottes ausführten und dass sie dabei auf die benötigen Materialien zurückgreifen konnten. Die Materialien hatten sie beim Auszug von den reichen Ägyptern bekommen (2. Mose 12,36). Es war der gerechte Lohn für jahrzehntelange schwere Sklavenarbeit.

Die Wichtigkeit der Stiftshütte

Das Zelt der Zusammenkunft (Luther sagt „Stiftshütte“) war von großer Bedeutung. Das sehen wir allein schon daran, wie ausführlich und detailliert alles ab 2. Mose 25 beschrieben wird. Die Schöpfung wurde in nur wenigen Worten beschrieben, während das Heiligtum einen großen Raum einnimmt. Das zeigt, wie wichtig und bedeutsam dieses an sich recht kleine (aber unerhört wertvolle) Bauwerk war. Die Stiftshütte befand sich in der Mitte des israelitischen Lagers.

Die vorbildliche Bedeutung der Stiftshütte

Wir können hier drei große Linien ziehen:

  • Die Stiftshütte spricht von Christus. Denken wir nur an den Sühndeckel der Bundeslade und an den Vorhand im Heiligtum (Römer 3,25; Hebräer 10,20). Und der Herr hat selbst davon gesprochen, dass Moses von ihm zeugen würde (Lukas 24,27.44).
  • Die Stiftshütte spricht von der Versammlung (Gemeinde, Kirche). Die Stiftshütte war die Wohnung Gottes im Alten Testament, die Versammlung ist die Behausung Gottes im Geist im Neuen Testament (Epheser 2,22). Die Versammlung wird die „Hütte Gottes“ im ewigen Zustand genannt (Offenbarung 21,3).
  • Die Stiftshütte spricht von dem Himmel. Und zwar nicht von dem Wolkenhimmel (das ist der erste Himmel) oder von dem Sternenhimmel (das ist der zweite Himmel), sondern von dem dritten Himmel (vgl. 2. Korinther 12,3) – dem Wohnort Gottes. Das zeigt die Stelle in Hebräer 9,23–24 sehr deutlich

Die praktische Bedeutung

Wenn wir uns mit dem Zelt der Zusammenkunft beschäftigen, lernen wir unseren Erlöser besser kennen. Sicher werden uns durch diese Bilder keine neuen Wahrheiten mitgeteilt, aber wir werden dahin geführt, die Wahrheit über ihn besser zu verstehen und gut zu verinnerlichen! Und das ist von großen Wert. Außerdem lernen wir viel darüber, was die Versammlung (Gemeinde) in den Augen Gottes ist und was sie nach Gottes Gedanken sein sollte.   

Gerrid Setzer