Der Sohn Gottes in Paulus offenbart

Online seit dem 16.04.2021, Bibelstellen: Galater 1,15+16

Drei Etappen im Werdegang des Paulus werden uns in Galater 1,15+16 deutlich herausgestellt. Zuerst wurde er schon vor seiner Geburt von Gott abgesondert. Dann wurde er durch die Gnade des Evangeliums berufen. Drittens offenbarte Gott Seinen Sohn in ihm, damit Er das Thema seines Zeugnisses unter den Heiden sei. Obwohl Paulus von reinster hebräischer Abstammung war, musste er genauso abgesondert werden, als wenn er ein Heide gewesen wäre; er wurde von seinem Judentum abgesondert – ein sehr wichtiger Hinweis für die Galater! Außerdem war er zum Dienst für Gott abgesondert. Wie dieser Dienst auszusehen hatte, wurde bestimmt durch die Art der Offenbarung, die ihm zuteil geworden war.

Es war der Sohn Gottes, der offenbart wurde, und nicht nur der Messias Israels. Der Herr Jesus war natürlich beides, aber Er erschien Paulus als Sohn Gottes, und – wie wir aus anderen Schriftstellen wissen – Er erschien ihm als solcher aus der Herrlichkeit. Seit diesem großen Ereignis auf dem Weg nach Damaskus wusste Paulus, dass Jesus von Nazareth, den er verachtet hatte, der Sohn Gottes war. Und das wurde „ihm“ nicht nur offenbart, sondern es wurde „in ihm“ offenbart.

Der Gebrauch der Präposition „in“ besagt, dass die Offenbarung in Paulus eine tiefgehende Wirkung ausübte. Wer eine Sternwarte besucht, darf vielleicht den Mond durch ein großes Fernrohr betrachten. Er würde die Wunder seiner Oberfläche, seiner Berge und Krater wahrnehmen können. Doch obwohl sie dem Auge offenbart worden sind, sind sie doch nicht „im“ Auge. Alles verschwindet in dem Augenblick, wo man sein Auge vom Fernrohr abwendet. Aber wenn der Astronom eine Kamera am Okular des Fernrohrs anbringt, kann er damit eine Fotografie erstellen. Was vorher nur dem Auge enthüllt war, ist jetzt dauerhaft festgehalten. So war es bei Paulus. Der Sohn Gottes, der in der Herrlichkeit war, hatte einen bleibenden Eindruck in Paulus hinterlassen, und deshalb konnte er Ihn verkündigen als den, den er kannte, nicht nur als jemanden, über den er etwas wusste.

[Aus: F.B. Hole, Grundzüge des Neuen Testaments (Bd. 4: Galater – Philemon), erhältlich bei: www.csv-verlag.de]

F.B. Hole