Motive des Herrn

Online seit dem 07.06.2021, Bibelstellen: 2. Mose 21,5.6; Johannes 10,17.18; 15,13; Philipper 2,8

Was trieb den Herrn Jesus dazu, sein Leben zu lassen? Was waren die Beweggründe, die Ihn dazu führten, sein Leben am Kreuz von Golgatha zu geben? Wenn wir die Bibel daraufhin untersuchen, finden wir mindestens drei Motive.

Er tat es aus freiem Antrieb

„Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen.“ (Joh 10,17.18)

Der Herr Jesus ließ sein Leben von sich selbst aus. Im Gegensatz zu uns Menschen hatte Er Gewalt, sein Leben zu lassen, und Gewalt, es auch wiederzunehmen. Niemand konnte Ihm das Leben nehmen und niemand konnte Ihn dazu zwingen, sein Leben zu lassen. Nein, Er ließ es freiwillig, aus eigenem Antrieb. Durch die freiwillige Hingabe seines Lebens gab Er seinem Vater einen weiteren Beweggrund, Ihn zu lieben.

Er tat es aus Liebe

„Wenn aber der Knecht etwa sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht frei ausgehen, so soll sein Herr ihn vor die Richter bringen und ihn an die Tür oder an den Pfosten stellen, und sein Herr soll ihm das Ohr mit einem Pfriem durchbohren.“ (2. Mo 21,5.6; vgl. Eph 5,2.25)

Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Joh 15,13)

Liebe trieb den Herrn Jesus dazu, sein Leben zu lassen. Mehr konnte Er nicht geben. Darin zeigt sich die ganze Größe seiner Liebe. Die Sprache des hebräischen Knechtes war auch seine Sprache: Aus Liebe zu seinem Gott und Vater, der Versammlung und den Seinen wollte Er nicht frei ausgehen, sondern ließ sich an das Kreuz hängen und von dem Gericht eines heiligen und gerechten Gottes „durchbohren“. Größere Liebe hat in der Tat niemand.

Er tat es aus Gehorsam

„… indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,8)

Als Gott kannte der Herr Jesus den Gehorsam nicht aus eigener Erfahrung. Aber als Mensch lernte Er den Gehorsam an dem, was Er litt (Heb 5,8). Sein ganzes Leben hindurch war Er seinem Gott und Vater von Herzen gehorsam. Doch den Höhepunkt seines Gehorsams sehen wir zweifellos am Kreuz von Golgatha, wo Er sein Leben aus Gehorsam in den Tod gab. Bei uns ist es oft Gehorsam aus Zwang. Wir gehorchen, weil wir gehorchen müssen. Aber bei Ihm war es stets Gehorsam aus Liebe.

Daniel Melui