Einige Worte zur Dreieinheit

Online seit dem 17.12.2005

Ich bestreite, dass Gott vollkommen als eins offenbart wurde oder jemals werden könnte. Er ist eins – aber Er wurde nie als eins offenbart. Er wurde als eins offenbart im Gegensatz zu einer Vielzahl von Göttern. Aber als Er als eins offenbart wurde, war er nicht völlig offenbart. Er existierte immer als Einheit in Dreieinigkeit – nicht, dass ich vorgebe, dies zu erfassen, aber ich weiß es, denn wenn Er völlig offenbart ist, dann ist Er auf diese Weise offenbart. Als Er als eins offenbart wurde, ließ Er nicht zu, dass man sich Ihm nahte, was Er sorgfältig zeigte, und Er wohnte (wie es uns kundgetan ist) hinter dem Vorhang. Kurz, Er benutzte verschiedene wahrnehmbare Bilder, um zu zeigen, dass Er nicht erkannt worden war, dass das wahre Licht nicht schien und dass der Weg in das Allerheiligste noch nicht geoffenbart war.

Aber als Er Sich offenbarte, ist der Sohn auf der Erde – und doch im Schoß des Vaters. Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Der, welcher Ihn gesehen hat, hat den Vater gesehen. Das Licht Gottes war in der Welt, aber die Menschen sahen oder erkannten es nicht. Der offenbarte Eine, der Vater, wurde oder sollte in der Güte erkannte werden, die der Sohn zeigte. Der unsichtbare Gott wurde zwar durch Ihn, der Sein Bild war, geoffenbart, doch wenn er nicht unsichtbar geblieben wäre, dann würde Christus kein besonderer Offenbarer und Bild mehr sein. Hätte Er Ihn nicht auf perfekte Weise offenbart (d.h., wäre Er nicht Gott gewesen), dann hätte es keine Liebe, Güte, Nachsicht, Geduld, Kraft – und auch keine Offenbarung gegeben. Wenn Er nicht Sohn gewesen wäre, hätte Er uns den Vater nicht als solchen offenbaren können.

Ohne die Dreieinigkeit kannte man keine Liebe, Gerechtigkeit, Heiligkeit … Das bedeutet, Er war nie so geoffenbart worden, wie Er ist und immer war. Das ganze wahre Wesen Gottes, das, was Er ist, war ohne die Dreieinigkeit nicht bekannt …

Ich gebe nicht im geringsten vor, dieses göttliche Mysterium erfasst zu haben, in dem alle Gott sind, alle ein Gott sind und Gott alle drei ist; doch der Vater ist offenbart, der Sohn offenbart und der Heilige Geist macht lebendig und tut kund. Der Sohn, der offenbart, ist nicht verschieden vom Vater, den Er offenbart, sonst würde Er Ihn nicht offenbaren. Durch den Geist, der lebendig macht und kundtut, sind wir aus Gott geboren und kennen Gott, der in uns ist. Er offenbart Ihn uns durch Seine eigene Gegenwart und ist in jeder Hinsicht die Kraft Gottes, die in dem Geschöpf wirkt.

Auch könnte das Geschöpf sich nicht zu Gott ausstrecken und ihn fassen, sonst wäre Gott nicht Gott. Es ist einfach nicht möglich. Könnte das Endliche das Unendliche fassen, gäbe es weder endlich noch unendlich. Und der unendliche Gott könnte Sich nicht als solcher einem endlichen Geschöpf offenbaren …

So sehen wir, dass es keine volle Offenbarung Gottes geben kann, wenn nicht im Sohn durch den Geist und somit durch den Vater. Die volle Offenbarung des einen Gottes ist allein diese: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dies und dies allein ist, was der eine Gott ist – eine Übereinstimmung von Wille und Sein, sodass sie im Grunde eins und nur eins sind, aber doch verschieden im Verfügen und Handeln (und da wir sie im Verfügen und Handeln unterscheiden können, sprechen wir demzufolge gewöhnlich von Personen), wobei sie jedoch nie anders als im gemeinsamen Willen und der Einheit ihres Wesen verfügen und handeln.

Ich befürchte, dass hier viel auf menschliche Weise geredet wurde. Aber ich bekräftige, dass die einzige volle Offenbarung des einen wahren Gottes Seine Offenbarung in der Dreieinigkeit ist. Unsere Gebete steigen in der gleichen Weise empor. Durch Ihn (Christus, den Sohn) haben wir durch den einen Geist Zugang zum Vater.

John Nelson Darby