Josua und Richter

Online seit dem 02.06.2007, Bibelstellen: Josua 1,1 und Richter 1,1

Wenn wir den Zustand des Volkes Gottes zur Zeit Josuas vergleichen mit dem Zustand des Volkes in der Zeit der Richter, dann stellen wir eine deutliche Abwärtsentwicklung fest.

Im Buch Josua sehen wir, dass das ganze Volk wie ein Mann kämpft. In dem Buch der Richter kämpft ein Mann für das ganze Volk – der Richter nimmt die Schlüsselrolle ein und führt die Kämpfe.

Im Buch Josua kämpft das Volk gemeinsam gegen die Feinde, die Kanaaniter. Im Buch der Richter ist das auch der Fall, obgleich schon zu Beginn erwähnt wird, dass nur ein Stamm bzw. zwei Stämme in den Kampf hinaufzieht (Richter 1,1 ff). Aber hier sehen wir, dass sie auch gegeneinander kämpfen, sodass der Stamm Benjamin beinahe ausgerottet wird (Richter 19 – 21). Diese Gefahr des Bruderkrieges wird auch im Buch Josua erwähnt, aber zu dieser Zeit konnte das Debakel noch abgewehrt werden (Josua 22). 

Wenn wir die ersten Tagen der Gemeinde (Versammlung, Kirche), als die Apostel noch lebten, mit unseren Tagen vergleichen, sehen wir auch deutliche Unterschiede. Und diese Unterschiede fallen nicht günstig für uns heute aus.

Auch heute kämpft nicht mehr das ganze Volk. Dadurch bekommt die persönliche Treue ein besonderes Gewicht. Natürlich sollen wir uns nicht einbilden, zu den Treuen zu gehören. Aber der Tag kleiner Dinge (Sacharja 4,10) bietet die einmalige Gelegenheit, große Hingabe zu beweisen. Das darf uns Ansporn sein. 

Und heute finden wir auch vielfach Bruderkrieg. Statt dass wir zusammen gegen die wirkliche „Gegenpartei“ (Titus 2,8) mit geistlichen Waffen zu Felde ziehen, haben wir untereinander Parteiungen gebildet und bekämpfen uns mit fleischlichen Mitteln. Wie traurig ist das!

Mit diesem Kämpfen meine ich nicht, dass man auch mal kontrovers eine Sache unter Gläubigen besprechen kann. Das ist völlig legitim und auch notwendig (vgl. Apostelgeschichte 15). Nein, das Kämpfen gegeneinander – das ist das Problem. So wehrt man vielleicht anderen, die das Werk Gottes betreiben (Vgl. Markus 9,38–40). Oder man streut böse Gerüchten über seine Mitbrüder aus usw.

So weit es möglich ist, sollten wir auch noch wie ein Mann zusammenstehen. Wenn es nicht geht, dann kann man immer noch selbst geistliche Energie aufbringen, um wirklich Kämpfe Gottes zu führen. Wir sind berufen, dem Teufel Terrain abzuringen. Doch unsere Kraft sollte nicht für Brüderkriege vergeudet werden.

Gerrid Setzer