„Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte“ (Joh 17,4).

Welcher Mensch könnte von sich sagen, was dieser Vers zum Ausdruck bringt? Allein der Herr Jesus konnte das tun – und das bereits vor seinem Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha. In diesem Punkt steht Er allein und einzigartig vor uns. Was für ein Gegensatz zu uns! Doch wir wollen nicht mit uns beschäftigt sein, sondern mit Ihm, dem geliebten und anbetungswürdigen Sohn des Vaters.

Der Herr Jesus tat in seinem Leben auf der Erde allezeit das dem Vater Wohlgefällige (Joh 8,29). In jedem Augenblick und in jeder Situation seines Lebens verherrlichte Er seinen Gott und Vater vollkommen und gab Ihm die Ehre. Jeden Morgen ließ Er sich von Ihm das Ohr wecken und durch göttliche Offenbarung unterweisen (Jes 50,4.5). Er sprach nur die Worte, die der Vater Ihm in den Mund legte, tat nur die Werke, die der Vater Ihm gab, und ging nur die Wege, die der Vater Ihm zeigte (Joh 5,36; 8,26.28.38). Stets wandelte Er mitten auf den Steigen des Rechts, und alles, was Er tat, war zur Freude und zum Wohlgefallen seines Vaters (Spr 8,20). Am Anfang und am Ende seines öffentlichen Dienstes konnte der Vater von Ihm bezeugen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3,17; 17,5).

Aber der Herr Jesus verherrlichte seinen Gott und Vater nicht nur in seinem Leben, sondern auch (und gerade) in seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Gerade in den drei Stunden der Finsternis, in denen Er unserer Sünden wegen von Gott gerichtet wurde, verherrlichte Er seinen Gott wie nie zuvor. Da gab Er sich selbst hin für uns als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch (Eph 5,2). Am Kreuz erstrahlten die Wesensmerkmale Gottes in einer Intensität und Herrlichkeit, wie sie nie zuvor gesehen worden waren: sowohl seine unerbittliche Heiligkeit, in der Er jede einzelne unserer Sünden an dem Herrn Jesus richtete und Ihn zur Sünde machte, als auch seine große Liebe, in der Er seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern Ihn für uns alle hingab (Röm 8,32; 2. Kor 5,21; 1. Pet 3,18).

Der Herr Jesus hat das Werk, das der Vater Ihm gegeben hat, ganz vollbracht. Von welchem anderen Diener Gottes könnte das gesagt werden? Selbst der begnadetste und ergebenste Diener würde nicht wagen, das von sich zu sagen. Ist unser Dienst nicht durch viele Unzulänglichkeiten, Schwachheiten und gar Sünden gekennzeichnet? Und bleibt unser Dienst nicht immer weit hinter dem zurück, was Gott von uns erwartet? Doch es gibt einen, der seinen Dienst wirklich erfüllt und das Werk, das der Vater Ihm gegeben hatte, ganz vollbracht hat. Und das ist der Herr Jesus. Von Ihm lesen wir, dass es seine tägliche Speise war, den Willen dessen zu tun, der Ihn gesandt hatte, und sein Werk zu vollbringen (Joh 4,34). Er hat die Schriften alle erfüllt und Gott vollkommen verherrlicht. Er hat in der Tat alles getan, was der Vater wollte. Er allein konnte am Kreuz ausrufen: „Es ist vollbracht“ (Joh 19,30). Dafür sei Er in alle Ewigkeit gelobt und gepriesen!