„Wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist“ (1. Joh 2,6).
Wir könnten diesen Vers auf folgende „Formel“ herunterbrechen: „Christ sein → wie Christus sein“. Das fordert heraus. Die Bibel sagt damit, dass es völlig normal sein sollte für jemanden, der sich Christ nennt, sich auch so zu verhalten wie sein Meister, Christus. Alles andere wäre unnatürlich. Entsprechen du und ich unserer heiligen Verantwortung, die wir durch unser Christsein haben?
Jemand schrieb einmal: „Wie erhebend ist der Gedanke, dass wir die Eigenschaften Christi denen vorleben können, die Ihn suchen. Durch einen beispielhaften Lebensstil kann der Jünger seinen Herrn für andere attraktiv machen. In seinem Brief an Titus drängt Paulus ihn, die Sklaven zu lehren, so zu arbeiten, dass ihre Herren mit ihnen zufrieden sind, ‚damit sie die Lehre, die unseres Heiland-Gottes ist, zieren in allem‘ (Tit 2,10). Menschen sollten von uns nicht nur hörenswerte Worte hören, sondern auch ein nachahmenswertes Leben sehen. Wir können die Lehre auch zieren. Dieses Wort wird benutzt, um zu beschreiben, wie Juwelen angeordnet werden, damit ihre Schönheit am besten zur Geltung kommt. So ist es auch unser Vorrecht, die Lehre des Herrn zu zieren.“
Das bedeutet: Durch unser Verhalten können wir entweder unser Zeugnis „schmücken“ – oder zerstören. Entweder für den Herrn Jesus werben – oder andere von Ihm abstoßen. Entweder andere durch wahrhaft christliches Verhalten zum Staunen bringen – oder durch sündige Reaktionen schocken. Entweder dafür sorgen, dass andere unseren Namensgeber kennenlernen möchten – oder dafür sorgen, dass sie niemals „Christen“ werden möchten.
Ein Soldat wurde vor Alexander den Großen geführt, da er sich Befehlen widersetzt hatte. „Wie heißt du?“, fragte Alexander. „Alexander“, antwortete der Soldat verlegen. „Alexander? Dann ändere entweder deinen Namen oder dein Benehmen.“
Ist unser Verhalten Christi würdig? Wünschen unsere Mitmenschen, mehr herauszufinden über unseren Meister, oder sind sie angewidert durch unser Verhalten? Und zeigen wir auch unseren Mitgeschwistern den Herrn durch unser Verhalten? Spüren sie alle etwas von der Liebe, Geduld, Demut, Sanftmut, Barmherzigkeit etc. unseres Herrn? Es sollte für uns normal sein, dass im Alltag, in der Nachbarschaft, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, auf dem Parkplatz, beim Spaziergehen, in der Fußgängerzone, im Arztpraxiswartezimmer, bei der Tankstelle etc. der Charakter Jesu aufleuchtet. In guten Zeiten, in denen es leichter fällt, als auch in solchen, in denen unser Fleisch eigentlich ganz anders reagieren möchte. Folgender Ausspruch stammt wohl von Martin Luther: „Es ist die Pflicht eines jeden Christen, seinem Nachbarn Christus zu sein.“
Vielen Christen ist das Motto „WWJD – What Would Jesus Do?“ sehr gut bekannt. Da die Bibel uns viel Anschauungsunterricht darüber gibt, was Er getan hat, können wir Rückschlüsse darauf ziehen, was Er wohl in unseren individuellen Lebenssituationen tun würde. Und das ist dann der Maßstab für dein und mein Verhalten.
„Herr, verändere mich, forme mich, mache mich dir ähnlicher!“ – das sollte das tägliche Gebet eines jeden Christen sein.“
