„Und als Joseph Benjamin bei ihnen sah, sprach er zu dem, der über sein Haus war: Führe die Männer ins Haus und schlachte Schlachtvieh und richte zu; denn die Männer sollen mit mir zu Mittag essen. Und der Mann tat, wie Joseph gesagt hatte; und der Mann führte die Männer in das Haus Josephs. Da fürchteten sich die Männer, dass sie in das Haus Josephs geführt wurden, und sprachen: Wegen des Geldes, das im Anfang wieder in unsere Säcke gekommen ist, werden wir hineingeführt, dass man über uns herstürze und über uns herfalle und uns zu Knechten nehme, samt unseren Eseln. Und sie traten zu dem Mann, der über das Haus Josephs war, und redeten zu ihm am Eingang des Hauses und sprachen: Bitte, mein Herr! Wir sind im Anfang herabgezogen, um Speise zu kaufen. Und es geschah, als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten, siehe, da war eines jeden Geld oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem Gewicht; und wir haben es in unserer Hand zurückgebracht. Und anderes Geld haben wir in unserer Hand herabgebracht, um Speise zu kaufen. Wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat. Und er sprach: Friede euch! Fürchtet euch nicht! Euer Gott und der Gott eures Vaters hat euch einen Schatz in eure Säcke gegeben; euer Geld ist mir zugekommen. Und er führte Simeon zu ihnen heraus. Und der Mann führte die Männer in das Haus Josephs und gab ihnen Wasser, und sie wuschen sich die Füße; und er gab ihren Eseln Futter. Und sie bereiteten das Geschenk zu, bis Joseph am Mittag kam; denn sie hatten gehört, dass sie dort essen sollten“ (1. Mo 43,16–25).

Joseph wollte einen Sinneswandel in seinen Brüdern hervorrufen. Er wollte, dass sie ihre Schuld bekennen, die sie damals durch ihr schmähliches Verhalten ihm gegenüber auf sich geladen hatten. Dazu bediente er sich verschiedener Mittel.

Dieser Abschnitt zeigt uns einige der Mittel, die er bzw. Gott benutzt, um die Brüder zur Buße und Umkehr zu leiten. Im Licht des Neuen Testaments betrachtet dürfen wir darin Mittel sehen, die Gott auch heute noch benutzt, um zu unseren Herzen und Gewissen zu reden und uns zur Buße zu leiten, wenn wir gesündigt haben. Darum ist dieser Bibelabschnitt auch wichtig und aktuell für uns.

Die Hungersnot

Die schwere Hungersnot, die Gott damals schickte, veranlasste die Brüder dazu, nach Ägypten zu ziehen, um Getreide zu kaufen (1. Mo 43,1.2). Wäre die Hungersnot nicht gewesen, dann wären die Brüder wohl nicht so schnell nach Ägypten zurückgekehrt. Aber die Hungersnot „sorgte“ dafür, dass sie wieder nach Ägypten zurückkehrten, um Getreide zu kaufen.

Gott bedient sich auch in unserem Leben oft widriger Umstände, um seine Absichten und Ziele mit uns zu erreichen. Wenn seine Erziehungswege, die Er mit uns gehen muss, auch oft unangenehm und schmerzhaft sind, so dürfen wir daran festhalten, dass sie immer zu unserem Nutzen sind und zum Guten mitwirken (Röm 8,28; Heb 12,10.11).

Joseph

Josephs Liebe zu seinen Brüdern veranlasste ihn, auf eine Art und Weise mit ihnen zu handeln, die das Ziel hatte, sie zur Einsicht und Buße zu führen. So sorgte Er dafür, dass das Geld, womit sie bezahlt hatten, jedes Mal wieder in ihren Säcken landete (1. Mo 42,25; 44,1). Außerdem ließ er seinen eigenen Kelch in Benjamins Sack legen (1. Mo 44,2).

Der Herr selbst handelt auch mit uns. Manchmal muss Er uns Wege führen, die nicht leicht sind. Und manchmal muss Er auch Dinge in unserem Leben zulassen, die wir nicht verstehen. Aber all das tut Er, um uns näher zu Ihm zu bringen oder um uns zur Buße und zur Umkehr zu führen, wenn wir gesündigt haben (1. Joh 2,1).

Der Mann, der über das Haus Josephs war

Joseph gab dem Mann, der über sein Haus war, genaue Anweisungen darüber, was er zu tun hatte. Und der Mann führte sie so aus, wie Joseph gesagt hatte (1. Mo 43,17). Während Joseph oft im Hintergrund agierte und Anweisungen gab, hatte dieser die meiste Zeit direkt mit den Brüdern zu tun.

Der Mann, der über das Haus Josephs war, ist ein treffliches Bild des Heiligen Geistes, der in jedem Gläubigen wohnt (2. Tim 1,14). Er ist stets bestrebt, uns mit Christus zu beschäftigen. Außerdem ist Er unser Sachwalter, der sich unserer Schwachheiten annimmt und sich unermüdlich für uns verwendet (Röm 8,26).

Das Wasser zur Reinigung

Der Mann, der über das Haus Josephs war, führte die Brüder in das Haus seines Herrn und gab ihnen Wasser, so dass sie sich die Füße waschen konnten. Gewiss waren ihre Füße während der langen Reise schmutzig geworden (1. Mo 43,24).

Das Wasser zur Reinigung erinnert uns an das Wort Gottes in seiner reinigenden und erfrischenden Kraft (Eph 5,26). Wenn wir uns auf unserem Weg über die Erde durch Gedanken, Worte oder Taten verunreinigen, dann ist es die Absicht des Heiligen Geistes, uns zur Reinigung zu führen, damit wir uns wieder an der Gemeinschaft mit Gott erfreuen können. Dazu benutzt Er das Wort Gottes (vergleiche die Fußwaschung in Johannes 13).