„Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“ 2. Mose 19,4
Das sind die ersten Worte, die Gott zu Mose sagt, als er bei ihm auf dem Berg ist. Das sollte er den Kindern Israel mitteilen. Gott beginnt also damit vorzustellen, was er für sein Volk getan hatte.
Er hatte sie aus Ägypten herausgeführt, und auf welche wunderbare Weise hatte er das getan? Die Israeliten standen unter dem Schutz des Blutes des Lammes. Er hatte dieses Volk durch das Rote Meer hindurch geführt wie auf trockenem Land. Ein gewaltiges Wunder Gottes. In auswegloser Situation hatte er ihnen vollkommene Hilfe und vollkommenen Beistand und Schutz gegeben. Und als sie dann am Ufer des Roten Meeres standen, nachdem sie es durchzogen hatten, sahen sie, dass die Ägypter tot am Ufer lagen. Die Wasser waren über ihnen zusammengebrochen. So hatte der Herr eine vollkommene Rettung gegeben.
Dann spricht er hier davon, „wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen habe.“ Dem liegt ein sehr schönes Bild zugrunde. Der Adler ist wohl der mächtigste und gewaltigste Vogel im Tierreich. Er hat eine gewaltige Flügelspannweite und große Kraft. Er kann beispielsweise selbst ein Schaf über größere Entfernungen tragen. Aber was er eben auch tut, ist seine Jungen aufzustören, also aus dem Nest zu schmeißen, damit sie das Fliegen lernen. Aber er lässt sie nicht aus dem Auge. Wenn er sieht, dass sie in Gefahr kommen, dass ihre Kräfte schwinden und sie drohen abzustürzen, dann ist er blitzschnell unter ihnen, er nimmt sie auf seine starken Flügel und trägt sie.[1]
Er spricht also vorbildlich von der Majestät und von der Stärke Gottes, aber auch von seiner besonderen Fürsorge. Er hat ein Auge auf uns, auf jeden einzelnen von uns. So wie damals auf das Volk. Und wie hatte er sie in der Zeit seit dem Auszug schon getragen! Er hatte ihnen wiederholt Wasser gegeben. Ob es bei Mara war, wo bittere Wasser waren und er Mose ein Holz weist und diese Wasser süß werden, oder ob es später ist, dass er ihnen Wasser aus dem Felsen gibt. Er hatte ihnen auch Nahrung gegeben, und zwar trotz ihres Murrens, trotz ihrer Auflehnung und des Zweifelns an der Güte Gottes. Er hatte ihnen das Manna gegeben am Morgen, er hatte ihnen Wachteln gegeben am Abend, und er würde sie weiter versorgen, wenn sie durch die Wüste ziehen würden.
Dann hatte er ihnen in 2. Mose 17 Rettung im Kampf gegen Amalek gegeben. Es war eindeutig ein Beweis Gottes, dass er für sie war und für sie kämpfte. Er hatte also bis hierher schon bewiesen, dass er sie auf Adlers Flügeln getragen hatte, und er würde es weiter tun.
Und was hatte er noch getan? Er sagt „und euch zu mir gebracht.“ Ja, diese Rettung aus Ägypten und diese Bewahrung, diese Hilfe, diese Fürsorge auf dem Weg hatten dieses Ziel, dass die Israeliten zu Gott gebracht würden. Gott wollte Gemeinschaft mit ihnen haben. Was für ein großes Vorrecht! Es ging nicht nur darum, sie aus Ägypten herauszuführen, sondern Gott hatte sie zu sich gebracht. Von unserem Herrn Jesus wird im 1. Petrusbrief gesagt: „Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe.“ Der Herr Jesus hat uns gerettet am Kreuz auf Golgatha. Er ist für uns gestorben und er hat uns zu Gott gebracht. Durch den Glauben an ihn dürfen wir Gemeinschaft mit dem großen Gott haben und dürfen wissen, dass er für uns ist. Er sorgt für uns und bringt uns sicher durch diese Zeit und Umstände des Lebens hindurch bis zum wunderbaren Ziel: in seine Herrlichkeit.
Fußnoten:
