„… hinschauend auf Jesus, … der … das Kreuz erduldete …“ (Heb 12,2)
Der Herr Jesus war auf die Erde gekommen, um die Liebe des Vaters zu offenbaren (Joh 15,9; 17,26). Aber in seinem Leben erfuhr Er vonseiten der Menschen von Anfang an nur Ablehnung, Verachtung und Hass. Er ging wohltuend und heilend über diese Erde (Apg 10,38), aber für seine Liebe feindeten sie Ihn an (Ps 109,4). Sie vergalten Ihm Böses für Gutes und Hass für seine Liebe (Ps 109,5). Den Höhepunkt seiner Ablehnung sehen wir allerdings am Kreuz: Da schlug Ihm der blinde und grausame Hass seiner Geschöpfe entgegen (Ps 109,3). Aber damit nicht genug: In den drei Stunden der Finsternis traf Ihn schließlich der unerbittliche Zorn eines heiligen und gerechten Gottes (Ps 88,17; Klgl 3,1).
Der Herr Jesus war als das Licht in die Welt gekommen und das Licht schien in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht erfasst (Joh 1,5; 8,12). Er war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet (Joh 1,9). Aber was geschah am Kreuz? Dort war Er von tiefer Finsternis umgeben. Mitten am Tag kam für drei Stunden eine Finsternis über das ganze Land (Mt 27,45). Aber in diesen finsteren Stunden war Er nicht nur von äußerer Finsternis umgeben, sondern durchlebte auch die tiefe Finsternis des göttlichen Gerichts. Unserer Sünden wegen war Er in Finsternissen, in Tiefen (Ps 88,7). Er musste die tiefste Finsternis erleben, damit wir uns im Licht Gottes aufhalten könnten.
Der Herr Jesus ist das Leben (Joh 11,25; 14,6). Er war auf die Erde gekommen, um den Menschen das ewige Leben zu geben – und zwar allen, die an Ihn glauben würden (Joh 6,47). Er war das Brot des Lebens (Joh 6,48) und das lebendige Brot (Joh 6,51). Jeder, der von diesem Brot essen würde, würde leben in Ewigkeit (Joh 6,51). Doch der, der das Leben ist, war gekommen, um zu sterben. Allerdings konnte Ihm niemand das Leben nehmen, Er ließ es von sich selbst (Joh 10,18). Am Kreuz von Golgatha gab Er, der Urheber des Lebens (Apg 3,15), schließlich sein Leben und schmeckte für alles den Tod (Heb 2,9). Er musste sterben, damit wir leben könnten.
