„Und sie haben dein Wort gehalten. Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist, denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,6–8).

Es ist nützlich, zu verstehen, dass wir mit „Wort“ einen anderen Ausdruck haben als am Anfang des achten Verses, wo es heißt: „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben.“ – „Sie haben dein Wort bewahrt“ heißt nicht notwendigerweise, dass jedes Wort der Bibel oder alles das, was der Herr Jesus ihnen mitgeteilt hatte, bewahrt worden ist, sondern das heißt: „das Wort als der Ausdruck des Herzens Gottes“, oder: „das Wort als das Zeugnis, das der Herr Jesus ablegte von dem Vater und das Er ihnen anvertraute“. Dieses Wort haben sie bewahrt! Es ist ähnlich in dem Sendschreiben an Philadelphia: „Du hast mein Wort bewahrt.“ Auch da ist mehr der Gedanke, das Zeugnis, das Gott ihnen anvertraut hatte, gesamthaft bewahrt, festgehalten und vertreten zu haben. Es ist nicht der Gedanke, dass man unbedingt jedes Wort der Schrift befolgt hat, denn wer könnte das von sich in Anspruch nehmen? Natürlich sind wir dazu berufen, jedes Wort der Schrift zu befolgen, aber der Herr Jesus könnte niemals das Zeugnis ausstellen: „Du hast mein Wort bewahrt“, wenn es auf das Ausmaß der Vollkommenheit ankäme.

Aber das Wort als der Ausdruck des Herzens Gottes, als das Zeugnis, das ihnen anvertraut war, bewahrt, festgehalten zu haben, das ist der Gedanke hier. Weiter unten finden wir dann: „Die Worte“, die Aussprüche, „die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin.“ Die Worte, das sind die ganzen Aussprüche des Herrn Jesus. Da haben wir nicht den Gedanken an den Ausdruck des Herzens Gottes gesamthaft, sondern da haben wir jedes einzelne Wort. Es gibt einen schönen Vers in Johannes 15,15: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; aber ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ Das sind die Aussprüche, das sind die Worte, „die du mir gegeben hast“ und die Er ihnen, den Seinen, gegeben hatte.

Das ist deshalb so wichtig, weil wir hier erkennen können, dass nicht nur der Inhalt dessen, was der Herr Jesus den Jüngern mitteilte, die Worte Gottes waren, sondern dass es auch um die Art und Weise geht, wie Er sich ausdrückte. Natürlich hatte Er in der Sprache der Menschen zu ihnen gesprochen, wie wir heute Deutsch sprechen. Im Himmel wird nicht mit der Sprache der Menschen gesprochen, das verstehen wir. Aber doch sind die Worte, der Wortlaut, die Ausdrucksweise, die der Herr Jesus benutzte, das Spiegelbild der Sprache Gottes im Himmel. Wenn sie den Herrn Jesus sprechen hörten, dann hörten sie tatsächlich Gott reden in dieser Sprache, die sie verstehen konnten.

Das ist auch für uns wichtig, denn mit dem Wort Gottes ist es ja nicht anders. Der Heilige Geist hat es gegeben, sodass nicht nur der Inhalt stimmt, sondern dass auch die Form, die Art und Weise, wie es sich an unsere Herzen wendet, wie es redet, das Spiegelbild dessen ist, was Gott beabsichtigte. Dann sagt der Herr Jesus: „Sie haben angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin.“ Sie haben diese Worte angenommen, haben sich das sagen lassen. Wie wichtig ist das, dass auch wir, wenn Gottes Wort redet, uns das sagen lassen, dass wir nicht vorher schon unsere Gedanken haben, sondern das annehmen, was Gott sagt, denn Er will uns klarmachen und es uns erkennen lassen, was das für uns persönlich bedeutet.