Aufmerksamkeit in den Zusammenkünften

Online seit dem 07.10.2007

Pfarrer Büchsel erzählt: „Es fiel mir auf, dass ein Landmann, den ich vorher nie gesehen hatte, mehrere Sonntage hindurch regelmäßig in der Kirche erschien, sich aber, nachdem er sich kaum niedergelassen hatte, in ungenierter Weise dem Schlaf überließ und dann so laut schnarchte, dass man ihn selbst während des Singens hören konnte. Ein Junge pflegte seinen Platz in der Nähe des Schläfers einzunehmen, und da er einen recht ehrlichen Eindruck machte, rief ich ihn eines Tages zu mir, und bat ihn, sich am nächsten Sonntag hinter den Schläfer zu setzen und ihn von Zeit zu Zeit anstoßen, damit er wach bliebe. Anfangs weigerte sich der Junge, doch als ich ihm für seinen Dienst einen Groschen versprach, ging er auf den Vorschlag ein. Am nächsten Sonntag konnte ich während des ganzen Gottesdienstes bemerken, wie sich zwischen dem Jungen und dem schläfrigen Mann regelrecht ein Streit entspanm, und ich versuchte den Jungen mit Blicken zu ermutigen, mit seinen Bemühungen fortzufahren. Für den nächsten Sonntag wollte ich wieder die Dienste des Knaben in Anspruch zu nehmen; doch er lehnte ab; und als ich ihm errneut einen Groschen anbot, erklärte er mir, dass der Bauer ihm bereits zwei Groschen unter der Bedingung gegeben hatte, dass er ihn in Ruhe lasse!“

Wir mögen tun, was wir wollen, um die Aufmerksamkeit unserer Zuhörer zu fesseln, wir werden stets finden, dass das eine schwierige Aufgabe ist. Mit unseren Illustrationen und Geschichten mögen wir gleichsam einige Groschen austeilen, um das Ohr zu finden; aber die Welt, das Fleisch und der Teufel werden mit ihren Sorgen, Vergnügungen und Beunruhigungen unserem Groschen stets zwei gegenüberstellen. Aber durch Gottes Gnade werden wir doch siegen und nicht nur das Ohr, sondern auch das Herz erreichen.

Charles Haddon Spurgeon