Versuchungen - und die Antwort darauf

Online seit dem 15.10.2007, Bibelstellen: 1. Johannes 4,19

Ein Prediger fragte einen Jungen, der sich bekehrt hatte: „Sagt dir der Teufel nicht zuweilen, dass du gar kein Christ bist?“ „Ja, das tut er zuweilen.“ „Nun, was sagst du dann zu ihm?“ „Ich sage ihm“, erwiderte der Junge, der damit etwas von dem Geist Luthers verriet, „ich sage ihm, dass ihn das gar nichts angehe, ob ich ein Christ bin oder nicht.“

Und noch eine Geschichte zu diesem Thema:

Ich kannte einst eine liebe Frau, die viel mit Zweifeln zu kämpfen hatte, und als ich diesen Zweifeln auf den Grund ging, stellte sich Folgendes heraus: Sie wusste, dass sie Christus liebte, konnte aber nicht glauben, dass er sie liebe. Ich sagte zu ihr: „Dieser Zweifel macht mir wenig zu schaffen. Denn ich bin mir darüber völlig klar, dass das Herz von Natur so verderbt ist, dass sich keine Liebe zu Gott darin findet, außer dann, wenn Gott sie darin eingeplanzt hat. Sie können fest davon überzeugt sein, dass, wenn Sie Gott lieben, das eine Frucht und nicht eine Wurzel ist. Es ist die Frucht der Liebe Gottes zu Ihnen und ist nicht etwa da, weil Sie so gut sind. Wenn Sie ihn lieben, so können Sie mit Sicherheit daraus schließen, dass er Sie zuerst geliebt hat.“ „Wir lieben“, sagt der Apostel Johannes, „weil er uns zuerst geliebt hat.“

[Aus: „Das Buch der Bilder und Gleichnisse“, erschienen 1903, leicht überarbeitet“.]

Charles Haddon Spurgeon