Sünde - der alte Chef

Online seit dem 23.10.2007, Bibelstellen: Römer 6,11-12

„So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus ... Also herrsche nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib“ (Römer 6,11–12).

Wenn Paulus schreibt, dass wir dafürhalten sollen, dass wir der Sünde tot sind, dann meint er nicht: „Tut so als ob.“ Nein, er sagt mit anderen Worten: „Rechnet mit dieser Tatsache; seid euch bewusst, dass es so ist.“

Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt worden (Römer 6,6). Wir fühlen das nicht. Es ist aber eine göttliche Tatsache, die wir im Alltag umsetzen dürfen und müssen.

Eine Illustration dazu: Man stelle sich einen Geschäftsführer vor, der breit grinst, aber doch ein harter unerbittlicher Herr ist. Er beutet seine Mannschaft gnadenlos aus und jeder seufzt unter der Knute dieses Mannes. Den Lohn, der er zahlt, ist der Tod (vgl. Rö 6,23). An einem wunderbaren Tag wird er jedoch abgesägt und zum Aktenabstauben in den Keller verwiesen. Dort sitzt er nun allein in einem dunklen Loch, jeder Kompetenz beraubt. Was würde nun geschehen, wenn er in den Büroräumen auftauchen und erneut seine Anweisungen geben würde? Die Mitarbeiter würden ihn ignorieren und sagen: „Deine Zeit ist abgelaufen. Deine schreckliche Herrschaft ist vorbei. Wir reagieren auf deine Anweisungen genauso wie ein Toter darauf reagieren würde.“

Und so behandeln wir den grausamen Meister Sünde, wenn er aus seinem dunklen Loch herauskommt und uns wieder ins Unglück stürzen will. Wir haben genug von der Sünde und weisen den alten Chef zurück. Nicht, indem wir sagen: „Wir stellen uns tot“, sondern indem wir sagen: „Wir sind tot.“  Das bringt eine Eindeutigkeit und Klarheit in diese Sache hinein. Wenn die Versuchung von innen dir heute zu schaffen macht, wie wirst du reagieren? Willst du du dich etwa wieder auf den alten Chef einlassen? Oder lebst du als ein Gestorbener?    

Gerrid Setzer