Wir möchten heute einmal anhand der ersten Kapitel des Buches Daniel ein wenig darüber nachdenken, wie Gott die Seinen bewahrt.
Daniel und seine Freunde bekommen die Tafelkost des Königs vorgesetzt. Was löst das bei ihnen aus? Sie fassen einen Herzensentschluss – von Daniel wird es konkret gesagt, aber seine drei Freunde sind doch offensichtlich eins darin, – sich nicht mit der Tafelkost des Königs zu verunreinigen.
Die erste Bitte beim Obersten der Hofbeamten führt noch nicht zum Ziel. Aber Daniel bleibt konsequent und in Demut an diesem Thema dran und geht dann zum nächsten Ansprechpartner, um sich zu erbitten, sich nicht mit der Tafelkost des Königs verunreinigen zu müssen. Und dann sagt Gottes Wort, dass er Gnade und Barmherzigkeit fand in den Augen Gottes. Gott führte in seiner Gnade die Umstände so, dass der Aufseher bereit war, es zehn Tage zu versuchen und ihnen Gemüse und Wasser vorsetzte
Gott bestätigte die Treue seiner Knechte dadurch, dass sie nach dieser Prüfungszeit besser aussahen als alle anderen. Darüber hinaus gibt Gott diesen treuen Vieren Einsicht und Kenntnis in aller Schrift und Weisheit. Das feste Vertrauen auf ihren Gott setzte den Arm Gottes in Bewegung. Gott ließ die Prüfung für eine gewisse Zeit zu, um ihr Vertrauen auf ihn selbst zu prüfen. Und sie bestanden diese Prüfung. Sie bewährten sich in dieser Glaubensprüfung. Und solche Situationen gibt es in unserem Leben auch, dass Gott Dinge in unser Leben hineinschickt, um unseren Glauben zu prüfen.
In Kapitel 2 geht es dann darum, dass der König Nebukadnezar von den Wahrsagern die Erklärung und die Deutung des Traumes verlangt. Er erwartet, dass sie ihm mitteilen, was er geträumt hat, und dann diesen Traum auch deuten. Und sie müssen bekennen und feststellen, dass kein Mensch in der Lage ist, dies zu tun. In dieser Frage ging es auch für Daniel und seine Freunde um Leben und Tod. Daniel ging nun mutig zum König hinein, um ihn um eine Frist zu bitten, die Deutung des Traumes anzuzeigen. Was tun die vier Freunde dann? Daniel hätte ja sagen können: Nun, Gott hat mir ja Verständnis für alle Gesichte und Träume gegeben, ich werde das schon schaffen. Aber nein, hier wird die Abhängigkeit von ihrem Gott geprüft, und sie gehen gemeinsam ins Gebet, drücken Abhängigkeit und Vertrauen aus. Sie beten, „damit sie von dem Gott des Himmels Barmherzigkeit erbitten möchten wegen dieses Geheimnisses, damit sie nicht mit den Weisen von Babel umkämen“ (Dan 2,18). Bevor Daniel dann dem König die Deutung ansagt, heißt es: „Da pries Daniel den Gott des Himmels.“ (V.19) Er dankt ihm und erhebt ihn für die Antwort. So kam hier eine Glaubensprüfung, wo es um Leben und Tod ging. Und Gott gibt ihnen Gnade, weil sie ihre Abhängigkeit und ihr Vertrauen auf ihren Gott gezeigt hatten.
In Kapitel 3 kommt eine weitere Situation vor uns. Dort wird dieses Standbild aufgerichtet und der König befiehlt, dass jeder, der nicht vor diesem Standbild niederfällt und es anbetet, in den Feuerofen geworfen werde. Hier geht es wieder um eine Prüfung auf Leben und Tod. Und die drei Freunde – Daniel wird in diesem Kapitel nicht erwähnt – bleiben standhaft. Sie sagen, „ob unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten vermag, und er wird uns aus deiner Hand, o König, erretten, oder ob nicht, es sei dir kund, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Bild, das du aufgerichtet hast, nicht anbeten werden.“ (Dan 3,17.18) Sie beziehen eindeutig Position. Sie wussten, Gott würde sie retten, aber sie wussten nicht, auf welchem Weg. Hier finden wir, dass Gott sie bewahrt in der Prüfung. Er bewahrt sie nicht vor der Prüfung, aber in der Prüfung dürfen sie erfahren, dass Er selbst bei ihnen ist und sie hindurchbringt. In unserem Leben kann es auch Situationen geben, dass wir in Nöte, in Schwierigkeiten, Krankheit, Erwerbslosigkeit oder ähnliche Dinge hineinkommen. Aber wir dürfen wissen: Er ist bei uns, er wird uns bewahren, und er wird uns nicht beschämen.
Ob er uns vor der Prüfung oder in der Prüfung bewahrt, wissen wir nicht. Aber Er ist da und bringt uns sicher ans Ziel!
