In 1. Johannes 2,14–17 lesen wir die Ermahnungen des Apostels Johannes an die „Jünglinge“ in der Familie Gottes. Das sind solche, die bereits geistlich gewachsen sind und den Stand von „Kindlein“ hinter sich gelassen haben, aber noch keine „Väter“ geworden sind. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass sie den Bösen, das heißt den Teufel, überwunden haben.

Der Teufel will immer Christus schaden, indem Er Widerstand leistet gegen das Wort und gegen das Werk des Herrn. Jünglinge sind solche, die im Wort gegründet sind und auch schon Erfahrungen mit ihrem Herrn gemacht haben. Sie wollen dem Feind nicht das Feld überlassen, sondern haben gelernt zu widerstehen. Sie sind bereit, die Wahrheit des Wortes Gottes zu verteidigen und lassen sich nicht davon abhalten, für die Sache des Herrn einzustehen und von Ihm zu zeugen.

Da überrascht es etwas, dass diese Überwinder noch vor der Welt gewarnt werden müssen: „Liebt nicht die Welt“ (1. Joh 2,15). Satan widerstehen sie, aber in Bezug auf das von Satan aufgerichtete und beherrschte Weltsystem benötigen sie noch Ermahnungen? Sie lieben Christus, wollen ganz auf seiner Seite stehen und sich die Wahrheiten, die mit seiner Person verbunden sind, nicht rauben lassen, aber Er ist noch nicht ihr Ein und Alles geworden. Das ist bei den Vätern der Fall, und entsprechend benötigen sie diese Warnung vor der Welt so nicht.

Drei Beispiele aus dem Alten Testament sollen zeigen, dass man stark sein und den Feind überwinden kann und doch zu Fall kommen kann durch die „Motoren“, mit denen Satan die Welt am Laufen hält (Lust der Augen, Lust des Fleisches, Hochmut des Lebens; vgl. 1. Joh 2,16):

1. Simson

Simson war ein starker Mann. Gott sagt über ihn: „Er wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu retten“ (Ri 13,5). Mit einem Esels-Kinnbacken erschlug er unter ihnen tausend Mann (Ri 15,15). Aber dreimal kam er durch Verbindungen zu Frauen aus dem Volk der Feinde in ernste Gefahren, denen er beim dritten Mal erlag. Das, was er in der Welt „sah“ (Ri 14,1; 16,1) – die Lust der Augen –, brachte ihn zu Fall. Auf schmerzliche Weise muss Gott ihm sein Problem deutlich machen: beide Augen werden ihm ausgestochen.

2. Hiskia

Hiskia hatte mit Gottes Hilfe gewaltige Siege errungen. „Er hing dem Herrn an“, „schlug die Philister“ und wegen seiner vertrauensvollen Gebete befreite Gott ihn zuerst aus der Belagerung durch die Assyrer und dann von seiner tödlichen Krankheit (2. Kön 18,6.8; 19,15.35). Doch dann kam Babel, und Hiskia „zeigte ihnen sein ganzes Schatzhaus … und alles, was sich in seinen Schätzen vorfand“ (2. Kön 20,13). Der Reichtum, den seine Väter aufgehäuft hatten, hatte sein Herz vereinnahmt (2. Kön 20,17; 2. Chr 32,25). Das, was er hatte – die Lust des Fleisches –, brachte ihn zu Fall. Gott kündigt ihm an, das alles nach Babel weggebracht werden wird (vgl. 2. Kön 24,13).

3. Josia

Josia hatte in seinen gewaltigen Reformen ebenfalls Glaubenskraft bewiesen. Er reinigte Juda und Jerusalem vom Götzendienst, ließ den verfallenen Tempel wieder herrichten und feierte ein Passah, wie man seit den Tagen Samuels keins mehr gefeiert hatte. Doch dann zog er ohne erkennbaren Anlass gegen den König von Ägypten in den Krieg, vermutlich um seinen politischen Einfluss zu vergrößern, und kam in diesem Kampf um. Das, was er sein wollte – der Hochmut des Lebens –, brachte ihn zu Fall. Gott lässt nach seinem Tod nicht Siegeslieder, sondern Klagelieder über ihn anstimmen (2. Chr 35,25).

Lasst uns diese drei Beispiele als Warnung dienen. Die Welt hat für jeden etwas Verlockendes. Selbst glaubensstarke Männer können durch sie zu Fall kommen, wenn das Auge nicht einfältig auf Christus gerichtet ist. Die Welt hat Ihn gehasst und hinausgeworfen. Christus und die Welt sind nicht vereinbar. Das haben wir bei unserer Bekehrung erkannt und der Welt grundsätzlich den Rücken zugekehrt. Heute sind wir umso mehr bereit, nicht nur den Bösen, sondern auch die Welt zu überwinden, je mehr unser Herz von Christus erfüllt ist (vgl. 1. Joh 5,4.5). Die Wertschätzung für den Sohn Gottes regelt die Einschätzung der Welt.