„Und er war sehr durstig, und er rief zu dem HERRN und sprach: Du hast durch die Hand deines Knechtes diese große Rettung gegeben, und nun soll ich vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen!“ (Ri 15,18). 

„Und Simson rief zu dem HERRN und sprach: Herr, HERR, gedenke doch meiner und stärke mich doch nur diesmal, o Gott, damit ich an den Philistern eine einmalige Rache nehme für meine beiden Augen!“ (Ri 16,28). 

Wie kann es sein, dass derjenige, den Gott als Richter und Erretter zu seinem Volk gesandt hat und der seine Interessen vertreten soll, nur zweimal betet? Jedenfalls werden uns von Simson, dem letzten Richter, nur zwei Gebete berichtet. Das eine nach seinem Sieg über die Philister in Lechi und das andere kurz vor seinem Tod. Kann jemand den Willen Gottes erkennen, ohne zu beten? Und kann jemand die Gedanken Gottes ausführen, ohne im Gebet um Kraft und Leitung zu bitten? Simson scheint nur äußerst selten gebetet zu haben.

Wie sieht es damit bei uns aus? Beginnen und enden wir jeden Tag mit Gebet? Und rufen wir zwischendrin zum Herrn, wenn wir vor (schwierigen) Aufgaben oder Entscheidungen stehen?

Wenn man sich die zwei Gebete von Simson etwas genauer ansieht, fällt auf, dass er nur für sich selbst betet. In seinem ersten Gebet bittet er den Herrn um Wasser für seinen unerträglichen Durst und in seinem zweiten Gebet um Rache für seine beiden Augen. Leider kommt er in seinen Gebeten nicht über seine eigenen Absichten und Interessen hinaus.

Wie sieht es damit eigentlich bei uns aus? Was ist der Inhalt unserer Gebete? Geht es darin nur um uns und unsere Wünsche oder auch um die Nöte und Sorgen anderer? Gott hat uns auf der Erde gelassen, um für Ihn zu leben und für seine Interessen einzustehen. Spiegelt sich dies auch in unseren Gebeten wider?