Die Stiftshütte war 15 Meter lang, 5 Meter breit und 5 Meter hoch. Dazu kam der Vorhof mit 50 × 25 Metern. Der salomonische Tempel war ungefähr doppelt so groß. Der äußere Vorhof wird nicht exakt bemessen, dürfte aber doch deutlich größer als bei der Stiftshütte gewesen sein. Der neu aufgebaute Tempel nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft reichte nicht an den salomonischen Tempel heran (es fehlte auch die Bundeslade und die Wolke der Herrlichkeit). Er wurde dann aber von Herodes umgebaut und es wurde ein noch gewaltigeres Areal. Dieser von Herodes angestoßene Umbau wurde vollständig erst 68 nach Christus vollendet – also zwei Jahre vor der endgültigen Zerstörung. Die Juden unternahmen danach immer wieder Versuche, den Tempel aufzubauen. Doch vergeblich. Man weiß auch nicht exakt, wo das Gebiet für das Heiligtum auf dem Tempelberg zuzuordnen ist. Viele vermuten es dort, wo der Felsendom steht. Aber da das Gebiet unter muslimischer Herrschaft steht, kann das nicht weiter erforscht werden. Es gibt auf jüdischer Seite aktuell Vorbereitungen für einen Tempelbau, der sich wahrscheinlich an dem zweiten Tempel orientieren wird.

Der Tempel, der ab Hesekiel 40 beschrieben wird, wird womöglich erst unter Anleitung des Messias aufgebaut werden. Die Dimensionen dieses Tempels, insbesondere des Gesamtareals, übertreffen das, was es bisher gab, deutlich (er ist ungefähr 15-mal größer als der Herodianische Tempel). Auch wenn Hesekiel einige Angaben des Tempels exakt angegeben hat, so bleiben doch noch viele Einzelheiten offen. Die Juden glauben, dass die Angaben, die bisher nicht im Blick auf den Tempel gemacht wurden, durch den Messias klargemacht werden. Und damit dürften sie auch recht haben (auch wenn die meisten nicht wissen, wer der Messias ist).

Zum Tempelkomplex, zu dem äußeren Vorhof, führen drei riesige Tore (die 30 Meter hoch sind und zu denen eine imposante Torhalle gehört). Die Toren stehen im Norden, im Süden und im Osten. Das Osttor ist für den Fürsten vorgesehen, wie Hesekiel 44,1–3 zeigt.[1] Im Westen gibt es kein Tor. Denn dort steht der Tempel, der Tempel „blickt“ Richtung Osten.

Wenn man durch den riesigen äußeren Vorhof gegangen ist, kommt man wieder zu drei Toren. Sie sind exakt spiegelbildlich zu den ersten drei Toren. Geht man weiter, kommt man zu einer Treppe. Das eigentliche Tempelgebäude liegt ungefähr 3,20 Meter höher. Man passiert beim Durchgang zwei bronzene Säulen (wie beim salomonischen und beim herodianischen Tempel). Das Allerheiligste ist ein würfelförmiger Raum mit einer Kantenlänge von 20 Ellen (ca. 10 Meter).

Dieser Tempel wird einmal Realität werden. Er wird der Ort sein, wo die Herrlichkeit Gottes im Reich auf der Erde sichtbar werden wird.


Fußnoten:

  1. Der Fürst ist übrigens nicht der Herr Jesus, sondern ein kommender Fürst, der unter der Autorität des Messais steht und Regierungsaufgaben in Jerusalem wahrnehmen wird.