Hesekiel wird zum Propheten in einer schwierigen Zeit berufen. Der Untergang Jerusalems steht unmittelbar bevor. Das findet eine Parallele zu den letzten Tagen, wo es manche Schwierigkeiten gibt und das Gericht nicht schlummert.

Bevor Hesekiel dem Volk die göttliche Botschaft ausrichtet, gibt es eine umfangreiche Vorbereitung:

  1. Hesekiel bekommt die Herrlichkeit Gottes gezeigt, der eine gerechte Regierung verfolgt. Niemand kann Gott aufhalten, Gericht zu üben und Segen zu bringen (Hes 1).
  2. Er sollte sich auf die Beine stellen und sich damit bereit machen, Gottes Botschaft und Berufung zu empfangen (Hes 2,1).
  3. Der Geist Gottes hilft ihm dabei, sich bereitzumachen (Hes 2,2).
  4. Er muss mit Widerstand durch das hartnäckige Volk rechnen (Hes 2,3).
  5. Er soll die Botschaft Gottes weitergeben und keine eigenen Gedanken (Hes 2,4.7).
  6. Er darf sich nicht an dem Erfolg seiner Botschaft orientieren, die Wahrheit muss bezeugt werden (Hes 2,5.7).
  7. Der Prophet soll seine Furchtsamkeit überwinden (Hes 2,6; 3,9).
  8. Das Wort Gottes muss geschmeckt werden, bevor man es weitergibt (Hes 2,8 – 3,2).
  9. Über das Wort Gottes muss aber auch nachgedacht werden, es muss zur „Speise für den Bauch“ werden (Hes 3,3).
  10. Die Menschen, zu denen Hesekiel gesandt wird, können hören, aber sie wollen nicht; das muss Hesekiel bedenken (Hes 3,4–7).
  11. Gott stärkt Hesekiel, damit ihn der Widerstand nicht zermürbt (Hes 3,8).
  12. Hesekiel muss das Wort Gottes mit Ohren und Herzen aufnehmen und exakt weitergeben (Hes 3,10.11).
  13. Der Prophet wird durch den Geist inmitten derer gebracht, denen er dienen soll. Das zeigt an, wer ihn im Dienst leitet (Hes 3,12–15).
  14. Hesekiel ist beeindruckt von dem, was Gott ihm gezeigt hat, und er verarbeitet die Eindrücke (Hes 3,15).
  15. Hesekiel wird zum Wächter von Gott ausdrücklich berufen, er soll das Volk vor Gefahren warnen (Hes 3,16–21).
  16. Es wird ihm nochmal die Herrlichkeit des Herrn gezeigt und der Geist stellt ihn auf die Füße (Hes 3,23.24).
  17. Jetzt beginnt der Dienst und Gott öffnet den Mund von Hesekiel (Hes 3,25–27).[1]

Berufungen Gottes zum Dienst sind individuell, aber doch lassen sich daraus Lektionen für uns heute ableiten. Wir sollen das Wort Gottes reden ohne Furcht (2. Tim 1), und zwar in dem Bewusstsein, dass die Menschen die gesunde Lehre in den letzten Tagen nicht mehr ertragen (2. Tim 4). Wir selbst sollen das Wort Gottes in uns aufnehmen (2. Tim 3) und die Herrlichkeit des Herrn Jesus vor Augen haben und uns die Treue Gottes bewusst machen (2. Tim 2). Wir sollen den Dienst vollführen, den der Herr uns gegeben hat, und nicht nach Erfolg Ausschau halten (2. Tim 4).


Fußnoten:

  1. Es gibt aber drei Restriktionen: Hesekiel ist in seinem Haus eingeschlossen. In dem Haus ist er oft gefesselt und auch seine Zunge ist von Gott gefesselt. Aber manchmal sendet Gott ihn doch aus. Oft aber führt Hesekiel Symbolhandlungen durch. (Das Zeichen der Belagerung, des Liegens auf einer Seite, der Hungersnot, des Schermessers, des Auswanderungsgerätes, des Wegweisers und des Todes der Ehefrau). Die Restriktionen werden erst gelöst, nachdem Jerusalem erobert ist (Hes 24). Danach verändert sich der Dienst von Warnung zu Trost, denn die Juden sind nun demoralisiert.