Wenn man sich den Tempel, den Hesekiel beschreibt, näher ansieht, dann fällt auf, dass einige Dinge nicht vorhanden sind, die man von der Stiftshütte und vom Tempel her kennt:

  • Es ist kein ehernes Waschbecken zu finden. Das vielleicht deshalb, weil Gott den Israeliten ein neues Herz und einen neuen Geist gegeben hat (Hes 36) und eine Quelle geöffnet ist für Sünde und Unreinheit (Sach 13,1).
  • Es ist kein goldener Leuchter zu finden. Im Tempel Hesekiels gibt es Fenster. Liegt das nicht daran, dass die Sonne mit Heilung in ihren Flügeln aufgegangen ist (Mal 3)?
  • Der Schaubrottisch mit den zwölf Broten ist nicht zu finden. Die Einheit Israels muss nicht dargestellt werden, sie ist Realität geworden!
  • Die Vorhänge sind nicht zu finden. Der Scheidevorhang weist auf Christus hin, der im Fleisch gekommen und am Kreuz gestorben ist (Heb 10). So ist der Zugang zu Gott geöffnet worden. Ein Scheidevorhang wäre nach dem Werk am Kreuz nicht mehr passend.
  • Der Räucheraltar ist nicht vorhanden. Der Dienst Christi im Heiligtum ist zu Ende gekommen, Christus ist als der wahre Melchisedek herausgetreten.[1]
  • Die Bundeslade ist nicht mehr zu finden. Sie ist das Symbol der Gegenwart Gottes. Doch jetzt ist Christus selbst da und das Symbol ist nicht mehr nötig (Jer 3,16.17).
  • Es ist kein Hohepriester zu finden. Christus ist der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, der auf der Erde erschienen ist.
  • Es fehlt der König, es wird nur ein Fürst erwähnt (Christus ist der König).[2]
  • Es fehlt das Fest der Wochen (das die Zeit der Versammlung vorschattet).
  • Es fehlt der große Versöhnungstag (weil Israel Buße getan hat).
  • Es fehlt das Fest des Posaunenhalls (denn Israel wurde gesammelt).
  • Es wird in Hesekiel 40 bis 48 nirgendwo Gold erwähnt. Das Symbol der göttlichen Herrlichkeit ist überflüssig geworden.

Fußnoten:

  1. Der eherne Altar ist vorhanden. Er hat Stufen, was im Gesetz Moses nicht erlaubt war; siehe Hesekiel 43,17; 2. Mose 20,26.
  2. Von dem Fürst werden nur priesterliche Aufgaben erwähnt, mit Ausnahme von Hesekiel 45,6. Der Fürst wird sicher ein Sohn Davids sein, so wie die Priester Söhne Zadoks sein müsse; siehe Hesekiel 40,48.