„Wer aber in das vollkommene Gesetz, das der Freiheit, nahe hineingeschaut hat und darin bleibt, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, dieser wird glückselig sein in seinem Tun“ (Jakobus 1,25).
Dem Schreiber Jakobus wurde oft „Gesetzlichkeit“ vorgeworfen; doch gibt es ein klareres Wort in der Schrift, welches Gesetzlichkeit verwirft? Das Wort Gottes ist für uns ein „vollkommenes[1] Gesetz der Freiheit“.
Das überrascht. Denn wenn das Minimum der Forderung Gottes, das Gesetz, zur Knechtschaft führte (Gal 4), dann könnte man doch annehmen, dass das Maximum der Forderung Gottes, Christus, zu noch größerer Knechtschaft führe – aber nein, es bedeutet Freiheit. Denn die christliche Lehre wendet sich an Christen, die das Leben Christi und seinen Geist haben (ihnen wurde das Wort eingepflanzt, Jak 1,21). Das Gesetz aber wandte sich an ein Volk im Fleisch. Wir haben ein Leben, das das Wort Gottes befolgen will. Deswegen ist es für uns kein Zwang, den Geboten und dem Beispiel Christi zu folgen, sondern Freiheit. Wir müssen das tun, was wir ohnehin tun wollen.
Drei Punkte sind nun zu beachten, wenn wir uns mit der Wahrheit des Christentums beschäftigen:
- Wir sollen nicht nur oberflächlich in das „Gesetz der Freiheit“ hineinschauen.
- Wir sollen das Gelesene nicht vergessen.
- Wir sollen auch entsprechend nach dem Wort Gottes handeln.
Fußnoten:
- War das Gesetz vom Sinai nicht vollkommen? In seinem Bereich, zu seinem Zweck schon. Es ist auch heilig, gerecht und gut. Doch der Ausdruck der vollständigen Gedanken war es eben nicht. Der Herr hatte das schon erwähnt (Mt 5,17–48). Siehe auch Hebräer 7,19; 9,9 und 10,1. Es sind die Gedanken, die Gott uns in Christus mitgeteilt hat.
