„Denn sei es, dass wir außer uns sind, so sind wir es für Gott; sei es, dass wir vernünftig sind – für euch“ (2. Kor 5,13). 

Der Apostel Paulus beschreibt hier zwei Seelenzustände, die er und seine Mitarbeiter kannten. Es gab Momente in seinem Leben, in denen er alles Irdische, alle Sorgen und Nöte hinter sich ließ. Er betrieb  kein Yoga, um sich zu versenken und möglichst gar nichts mehr zu denken. Nein, er beschäftigte sich mit Gott, um ihn zu preisen und ihn zu ehren. Die Beschäftigung mit Gott und seiner Gnade ließ ihn nicht kalt.[1]. Sie brachte ihn auf die Knie (siehe Eph 3 etc.).

Wenn er „vernünftig“ war, wenn er sich also mit den ganzen Problemen auf der Erde nüchtern auseinandersetzen wollte, dann dachte er oft an die Korinther. Es war ihm ein Anliegen des Herzens, ihnen zu dienen und sie auf einen Weg zur Ehre Gottes zu führen.

Es fällt auf, dass bei diesen beiden Seelenzuständen das eigene Ich nicht vorkommt. Wenn er einmal alles hinter sich ließ, fing er nicht an, Tagträumen nachzuhängen, in denen er besonders gut abschnitt, sondern es ging ihm um Christus. Und wenn er sachlich überlegte, dann schnitzte er sich nicht etwas Listiges zurecht, was ihn voranbringen und in den Augen der anderen großmachen konnte.

Er dachte in stillen Stunden an Gott und rühmte ihn. Er dachte an die Gläubigen im Alltagsgedränge und diente ihnen. Und wie sieht es da bei uns aus?


Fußnoten:

  1. Wir sehen das auch in seinen Briefen, wo er messerscharfe Darlegungen immer wieder mit Doxologien unterbricht.