„… damit ihr völlig zu erfassen vermögt mit allen Heiligen, welches die Breite und Länge und Höhe und Tiefe sei, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, damit ihr erfüllt sein mögt zu der ganzen Fülle Gottes“ (Eph 3,18.19).

Es gibt drei Schriftstellen, die uns in Bezug auf die vier Raumdimensionen in diesem Vers helfen können:

  • In Sacharja 2,6 sehen wir, dass das irdische Jerusalem vermessen wird: „Und ich sprach: Wohin gehst du? Und er sprach zu mir: Jerusalem zu messen, um zu sehen, wie groß seine Breite und wie groß seine Länge ist.“ Wir finden hier Breite und Länge.
  • In Offenbarung 21,16 steht das himmlische Jerusalem vor uns, die Verwaltung der zukünftigen Welt: „Und die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß wie auch die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr – 12000 Stadien; ihre Länge und ihre Breite und ihre Höhe sind gleich.“ Wir finden also Länge, Breite und Höhe.
  • Hier in Epheser 3,18 haben wir eine vierte Dimension, die hinzugefügt wird: die Tiefe. Wir haben hier ewige Dinge vor uns. Wir haben hier kein irdisches oder himmlisches Jerusalem vor uns, sondern etwas, was ewig ist und bis in die Ewigkeit geht.

Dann kommen wir zu etwas, was noch wunderbarer als Herrlichkeit ist: Liebe. Und ich möchte noch etwas über die Liebe des Christus sagen, die die Erkenntnis übersteigt. Es ist hier nicht vornehmlich die Liebe Christi zu uns. Es ist hier die Liebe des Sohnes zum Vater. In Johannes 14,31 steht: „… aber damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat. – Steht auf, lasst uns von hier weggehen!“ 

Diese Liebe des Christus erstreckt sich zu allen Familien von Epheser 3,15. Wir müssen den Gedanken im Auge behalten, dass der Vater sich mit vielen Familien umgeben will, die seine Liebe beantworten. Der Herr Jesus bringt seine Liebe zu jeder Familie in einer Art und Weise, die eine Antwort gegenüber dem Vater hervorruft. Das begrenzt keineswegs die Liebe Christi zu uns, wir sehen es nur richtig eingeordnet. Wir kommen weiter zu dem Punkt, wo es Herrlichkeit für Gott in der Versammlung auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin gibt (Eph 3,21).

Das führt uns zu der Fülle Gottes. Die Fülle Gottes meint hier nicht die Fülle Gottes, wie sie dargestellt, sondern wie sie offenbart wird. Wir werden in eine Welt der Darstellung gebracht, aber der Apostel möchte auch, dass wir jetzt in die Fülle der Offenbarung gebracht werden. Wenn wir dahin kommen, muss es uns zur Anbetung führen. In 2. Mose 30 haben wir das große Anbetungskapitel im zweiten Buch Mose. Unter anderem wird uns dort das Räucherwerk beschrieben, das sich aus vier Bestandteilen zusammensetzte: Stakte, Räuchermuschel, Galban und reinem Weihrauch (2. Mo 30,34). Es werden dort keine Maßangaben dieser Bestandteile gegeben. In Epheser 3 haben wir vier Dinge, die nicht ausgemessen werden können:

  • Der unergründliche Reichtum des Christus (Eph 3,8)
  • Die mannigfaltige Weisheit Gottes (Eph 3,10)
  • Die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus (Eph 3,19)
  • Wir haben Gott, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken (Eph 3,20).

Wir finden also vier Superlative, die kein Maß haben. Wenn diese Dinge in der Kraft des Heiligen Geist in unser Herz kommen – und nur der Heilige Geist kann uns darüber belehren, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes –, wird es in unseren Herzen einen Geist der Anbetung dem Vater gegenüber hervorrufen.

In Epheser 3 gibt es noch einen weiteren Superlativ: Der Apostel beschreibt sich in Epheser 3,8 als den allergeringsten von allen Heiligen. Wenn wir uns mit diesen Dingen beschäftigen, gibt es keinen Raum für das Fleisch. Unser Blick ist mit Christus gefüllt. Und in dem Genuss der Liebe des Vaters beten wir an und diese Anbetung wird bis in Ewigkeit andauern.

[Nach einem Konferenzbeitrag]