In der Bibel wird uns von einigen Personen berichtet, die sich in einer Grube befanden. Joseph und Jeremia wurden in eine leere Grube geworfen. Benaja stieg in eine Grube hinab, um einen Löwen zu erschlagen. Doch nur von unserem Herrn wird prophetisch gesagt, dass Er in die tiefste Grube gelegt wurde, und zwar von Gott selbst. In dieser tiefsten Grube befand Er sich, als Er am Kreuz von Golgatha in den drei Stunden der Finsternis für unsere Sünden litt und von Gott geschlagen wurde.
Joseph
„Und es geschah, als Joseph zu seinen Brüdern kam, da zogen sie Joseph sein Ärmelkleid aus, das lange Ärmelkleid, das er anhatte; und sie nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; die Grube aber war leer, es war kein Wasser darin“ (1. Mo 37,23.24).
Weil Joseph der Lieblingssohn seines Vaters Jakob war, wurde er von seinen Brüdern gehasst (1. Mo 37,4). Als er eines Tages zu ihnen gesandt wurde, um nach ihrem Wohlergehen zu sehen, meinten sie, die Gelegenheit nutzen zu können, um ihn umzubringen (1. Mo 37,18). Doch Ruben setzte sich für seinen jüngeren Bruder ein und sorgte dafür, dass er nicht getötet, sondern in eine Grube geworfen wurde (1. Mo 37,21.22). Die Grube, in die die Brüder ihn schließlich warfen, war leer; es war kein Wasser darin. Zweifellos hatte Gott dafür gesorgt, dass die Grube leer war und Joseph nicht darin ertrank.[1]
Benaja
„Und Benaja, der Sohn Jojadas, der Sohn eines tapferen Mannes, groß an Taten, aus Kabzeel; dieser erschlug zwei Löwen von Moab. Und er stieg hinab und erschlug den Löwen in der Grube an einem Schneetag“ (2. Sam 23,20).
Benaja wurde nicht in eine Grube geworfen, sondern stieg absichtlich in eine Grube hinab, um einen Löwen zu erschlagen. Er tat das an einem Schneetag. Hätte Benaja nicht auf eine günstigere Witterung warten können? Nein, an Aufschub war offensichtlich nicht zu denken. Der Kampf musste geführt werden – auch unter den widrigsten Umständen. Solange der Kampf in der Grube andauerte, war der Ausgang ungewiss. Erst als Benaja wieder am Grubenrand auftauchte, stand der Sieger fest: Benaja hatte den Löwen besiegt.
Jeremia
„Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Grube Malkijas, des Königssohnes, die im Gefängnishof war, und sie ließen Jeremia mit Stricken hinab. Und in der Grube war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm“ (Jer 38,6).
Auch Jeremia musste erleben, was es bedeutet, in eine Grube geworfen zu werden. Weil er den Bewohnern von Jerusalem dazu riet, sich dem König von Babel zu ergeben, beschlossen die Fürsten des Königs Zedekias, ihn zu töten (Jer 38,2–4). Sie nahmen Jeremia und warfen ihn in die Grube Malkijas, die im Gefängnishof war, um ihn dort verhungern zu lassen. Doch Gott hielt seine gute Hand über seinen Knecht und sorgte dafür, dass ihm in der Grube nichts zustieß. Er wurde mit Stricken hinabgelassen und sank in den Schlamm, der sich in der Grube befand.
Die tiefste Grube
„Du hast mich in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen“ (Ps 88,7).
Die prophetische Erfüllung dieses Verses sehen wir am Kreuz von Golgatha, als der Herr Jesus in den drei Stunden der Finsternis aus der Hand Gottes für unsere Sünden litt. Da wurde Er von Gott „in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen“. Diese „Grube“ war nicht leer, sondern voller Wasser und Schlamm. In Psalm 69 lesen wir etwas von den schrecklichen Leiden, die Er dort durchlebte. Wir hören Ihn ausrufen: „Rette mich, o Gott, denn die Wasser sind bis an die Seele gekommen! Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut überströmt mich“ (Ps 88,2.3). Wie unsagbar schwer waren doch die Leiden, die der Herr am Kreuz erduldete!
Aus der Grube befreit
Gott führte es so, dass sowohl Joseph als auch Jeremia wieder aus der Grube befreit wurden (1. Mo 37,28; 41,14; Jer 38,13). Wenn Gott schon für diese Männer sorgte, dass sie wieder aus der Grube errettet wurden, wie viel mehr dann für seinen geliebten Sohn, der Ihn am Kreuz von Golgatha so sehr verherrlicht hat! Nein, Gott hat seinen Sohn nicht in der „Grube“ gelassen, sondern Ihn nach vollbrachtem Erlösungswerk wieder aus der Grube heraufgeführt. In Psalm 40 hören wir den Herrn prophetisch sagen: „Er hat mich heraufgeführt aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm; und er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt, meine Schritte befestigt“ (Ps 40,3; vgl. Ps 30,4). Gott hat das Werk seines Sohnes am Kreuz von Golgatha angenommen und bestätigt, indem Er Ihn aus den Toten auferweckt und als Mensch zu seiner Rechten erhöht hat (Phil 2,9; Heb 2,7.8).
Fußnoten:
