In Psalm 147,4 heißt es: „Der da zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen.“ Gott forderte Abraham einmal auf: „Zähle doch die Sterne, wenn du es kannst“ (1, Mo 15,5). Natürlich konnte Abraham es nicht. Und mit bloßem Auge kann man sowieso nur einen Bruchteil der Sterne erkennen, die es wirklich gibt. Nach neuesten Erkenntnissen – und auch die muss man sicherlich mit Vorsicht betrachten – gibt es im Universum vermutlich mehr als 70 Trilliarden Sterne. Das ist eine Sieben mit 22 Nullen. Eine unvorstellbare Zahl. Wir wären in unserem ganzen Leben nicht ansatzweise in der Lage, diese Zahl zu zählen. Aber von unserem großer Gott, dem Schöpfer aller Dinge, wird gesagt, dass er „zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen“. Jeder einzelne Stern hat einen Namen von Gott, er kennt ihn einzeln und individuell. Wie viel mehr kennt er jeden Menschen, den er geschaffen hat, und besonders die, die ihn an ihn glauben, die der Herr Jesus die Seinen nennt, die ihm unendlich kostbar sind. Wir haben einen unendlich großen Gott, der alles in seiner Hand hält. Wir selbst sehen nur einen Bruchteil des gewaltigen Universums. Aber er überblickt es. Er hat es geschaffen, und zwar jeden einzelnen Stern. Und er nennt sie mit Namen.
Eine zweite Stelle – und nun gehen wir auf eine deutlich „kleinere“ Ebene – finden wir in Matthäus 10,30: „An euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.“ Hier steht zwar nicht ausdrücklich, dass Gott sie gezählt hat, aber es ist vom Zusammenhang her doch eindeutig gemeint. Jedes Haar unseres Hauptes ist gezählt. Er nimmt das Beispiel, um deutlich zu machen, dass er sich um uns kümmert, um jeden Einzelnen von uns. Wenn er sich schon um jeden einzelnen Sperling kümmert und er uns als solche bezeichnet, die vorzüglicher als viele Sperlinge sind, dann kümmert er sich aufopferungsvoll um uns, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er hat den Herrn Jesus als Opfer am Kreuz auf Golgatha gegeben. Und jetzt kümmert er sich als ein liebevoller und fürsorgender Vater um uns als seine Kinder und sorgt für uns jeden Tag unseres Lebens. Und nichts kann uns treffen, was nicht am Auge und was nicht am Herzen unseres großen Gottes vorübergegangen wäre.
Ein drittes Beispiel. In Psalm 56,9 heißt es: „Mein Umherirren zählst du. Lege in deinen Schlauch meine Tränen.“ Dort geht es um einen Menschen, der durch große Nöte und Schwierigkeiten geht. Er hat seine Klagen vor Gott ausgeschüttet. Jede einzelne Klage, jede einzelne Sorge, jede einzelne Mühe, jede einzelne Träne, die du geweint hast, jede Träne der Not hat Gott in seinen Schlauch gelegt. Er hat sie gezählt. Er hat sie aufbewahrt. Sie sind präsent für ihn. Und wenn wir einmal in der Herrlichkeit sind, dann dürfen wir das Wort aus der Offenbarung auch auf uns anwenden: „Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ Jede Erinnerung an erlebtes Leid, an Not wird er für immer wegnehmen. Und auch hierin sehen wir die große Fürsorge unseres liebenden Gottes und Vaters. Keine Not ist ihm verborgen. Keine Not ist ihm gleichgültig. Er sieht sie alle, ja, auch sie zählt er. Sie sind nicht vergessen, und er bewertet sie gottgemäß. Und er wird mit Trost, ja mit vollkommenem Trost darauf antworten.
Wir haben einen unendlich großen Gott, der sich aber auch um die kleinsten Dinge unseres Lebens kümmert – solange wir auf dieser Erde sind –, bis wir das Ziel erreicht haben.
