Ganz verschieden: Jeremia und Hesekiel

Online seit dem 26.12.2007, Bibelstellen: Hesekiel 25,15-17

Jeremia und Hesekiel sind zwei „große Propheten“. Sie haben beide umfangreiche Bücher geschrieben, die jeweils ihren Platz in dem Kanon der Heiligen Schrift gefunden haben. Zwar werden diese beide Bücher wenig gelesen – doch das ist unsere und nicht ihre Schuld.

Von dem was die Schrift berichtet, erkennen wir, dass beide sehr unterschiedlich von ihrem Charakter waren. Jeremia war sehr sensibel und feinfühlig. Er berichtet ausgeprägt von seinen persönlichen Erlebnissen (natürlich durch die Kraft des Geistes) und zeigt eine tiefe Betroffenheit. Gott benutzt diese Charaktereigenschaft, um ergreifende Beschreibungen menschlichen Elends zu geben. Man denke besonders an die Klagelieder.

Hesekiel war anders. Er scheint robust gewesen zu sein. Er schreibt wenig von seinen Empfindungen. Und als seine Frau stirbt, klagte er nicht auf das Geheiß Gottes hin (Hes 25,15–17). Diese „Härte“ gebraucht Gott zu einem Zeugnis für sich.

Wir sind unterschiedlich. Vielleicht beneiden wir den Robusteren, oder wir sind erstaunt, zu welch tiefen Gedanken und Empfindungen manche fähig sind. Doch Gott hat uns eben so geschaffen, wie wir sind. Damit spiele ich natürlich nicht auf unsere Unarten an, von denen wir so gern meinen, dass andere sie ertragen müssen. Nein, es geht (zum Beispiel) darum, ob wir mehr Verstandes- oder Bauchmenschen sind. Gott kann beides benutzen, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen. Wenn wir nicht zurückbeben, wenn er uns ruft (Jeremia 1,7.8.17). Oder wenn wir nicht auf unsere natürliche Stärke bauen, sondern auf die Kraft Gottes (Hesekiel 3,8–9). 

Gerrid Setzer