In Epheser 5,17 werden wir aufgefordert: „Seid nicht töricht, sondern verständig, was der Wille des Herrn sei.“ Töricht ist also das Gegenteil von verständig. Anhand des Abschnitts Epheser 5,17–21 wollen wir in fünf Punkten die Torheit der Welt der Weisheit Gottes gegenüberstellen:

  1. Epheser 5,17: Der Verständige fragt nach Gottes Willen und erlangt dadurch Weisheit. Die Welt kennt nur ihren eigenen Willen und fragt nicht nach Gott. Sie nennt das Weisheit und das Wort vom Kreuz und die Verkündigung der christlichen Wahrheit nennt sie Torheit. Doch „die Weisheit der Welt ist Torheit bei Gott“ und „das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen“ (1. Kor 3,19; 1,18–25). Deshalb wird der Gläubige in Römer 12,2 aufgefordert, nicht dieser Welt gleichförmig zu sein, die nicht nach Gott fragt, sondern sensibel zu sein, „was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“.

  2. Epheser 5,18: Der Verständige findet seine Freude nicht in irdischen Dingen (Wein), sondern durch den in ihm wirkenden Heiligen Geist. Echte Freude kommt durch die Gemeinschaft mit Gott und ist eine Frucht des Geistes (Gal 5,22; 1. Thes 1,6; Röm 14,17). Die Welt sucht ihre Freude ohne Gott in Rausch und Ausschweifung. Diese Freude ist von kurzer Dauer, hat immer einen schalen Beigeschmack und endet an einem Ort absoluter Freudelosigkeit. Die Bibel sagt zu solchen Leuten, die nach dem Motto „Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich“ leben: „Du Tor!“ Ein warnendes Beispiel solcher Torheit ist Nabal (1. Sam 25,10.36–38; vgl. Ps 49,12–21).

  3. Epheser 5,19: Der Verständige wird durch die Freude im Heiligen Geist zum Lob Gottes geführt und äußert das in geistlichen Liedern, die eine derartige Betonung auf den Text legen, dass man damit „zueinander reden“ kann. Die Welt kennt nur ihre Unterhaltungsmusik, die oft nah an Berauschen und Ausschweifung ist, weil sie durch Überbetonung von Rhythmus und Melodie vor allem den Körper und die Seele anspricht. Die Bibel nennt solche Musik den „Gesang der Toren“ (Pred 7,5; vgl. Amos 6,4–6; Jes 5,11.12).

  4. Epheser 5,20: Der Verständige nimmt alles, Freude und Leid, aus der Hand des Vaters an, der nur Gutes für seine Kinder im Sinn hat. Er kann entsprechend allezeit und für alles danksagen. Die Welt rechnet überhaupt nicht mit Gott und kennt keine Hand Gottes, die unser Leben lenkt, sondern nur Glück und Schicksal. Sie bringt Gott keinen Dank für alles Gute, das Er gibt. In Schwierigkeiten zu danken, käme ihr nie in den Sinn. Diese gottlose, undankbare Haltung ist der Kern der Torheit dieser Welt (Röm 1,18–22).

  5. Epheser 5,21: Der Verständige lebt in gesunden Beziehungen, weil er Gott fürchtet und den anderen höher achtet als sich selbst. In der Welt hat das eigene Ich immer den ersten Platz. Sie ist voll von Prahlerei und Eigenlob. Das ist nichts als Torheit in Gottes Augen. Paulus war einmal genötigt, etwas über sich selbst zu schreiben, weil die Korinther seine Autorität als Apostel anzweifelten und ihm solche vorzogen, die sich selbst großmachten. Aber während er über sich schreibt, sagt er: „Ich bin ein Tor geworden; ihr habt mich dazu gezwungen“ (2. Kor 12,11; vgl. 2. Kor 11,18.19).

Der weiseste Mensch, der je auf der Erde lebte, war der Herr Jesus. Schau dir die fünf Punkte noch einmal unter diesem Blickwinkel an, und du wirst staunen, was für ein Beispiel an göttlicher Weisheit wir in Ihm finden!