„Wehe dir, Land, dessen König ein Knabe ist, und dessen Fürsten am Morgen schmausen!“ (Prediger 10,16).
Es ist eine traurige Sache, wenn man von Menschen regiert wird, die dazu nicht fähig sind („Knabe“) oder die nicht willig sind, richtig anzupacken, und sich lieber selbst amüsieren („schmausen“). Das wird nicht ohne Folgen bleiben. Das Gebälk des Hauses wird sich senken und die Regentropfen werden sich ihren Weg dahin bahnen, wo sie nicht hingehören (Pred 10,18).
Wenn das auch in unserem Land (und anderen Ländern) so sein sollte, dann ist es doch wichtig, dass wir das beachten, was das Wort Gottes außerdem über die Regierung in diesem Abschnitt sagt:
„Auch in deinen Gedanken fluche den König nicht, und in deinen Schlafgemächern fluche nicht dem Reichen; denn die Vögel des Himmels könnten die Stimme entführen, und das Geflügelte das Wort melden“ (Prediger 10,20).
Wir sollen uns keine lästerlichen Gedanken gegenüber der Regierung erlauben. Und auch kein Geflüster mit jemandem, der uns vertraut ist, auch nicht in einem sehr privaten Rahmen. Denn wenn es auch wahr ist, dass keiner unsere Gedanken lesen kann, und wenn es auch sein mag, dass niemand an der Schlafzimmertüre lauscht, so prägen Gedanken und Geflüster doch unsere Haltung. Eines Tages kommen dann unsere Lästerungen auf eine mysteriöse Weise ans Tageslicht, und unliebsame Konsequenzen sind die Folge.
Wenn wir verfolgt werden – von staatlicher Seite – um unseres Glaubens willen, dann müssen wir das tragen und dürfen unser Gewissen nicht verleugnen. Aber wir sollten alles vermeiden, was uns in einen unnötigen Konflikt mit der Obrigkeit bringen könnte. Dazu gehört nicht nur das Steinewerfen auf der Straße, sondern auch das Steinewerfen in Gedanken und im Schlafzimmer.
