„Erinnert euch an Lots Frau!“ (Lk 17,32)
Zwei Engel kamen damals nach Sodom, um Lot und seine Familie vor dem kommenden Gericht zu warnen. Sie gaben Lot die Anweisung, seine Familie aus der Stadt zu führen. Aber als Lot mit seinen Schwiegersöhnen darüber sprach, musste Er feststellen, dass sie ihm keinen Glauben schenkten. Er war in ihren Augen wie einer, der Scherz treibt (1. Mo 19,12–14).
Als Lot noch länger zögerte, ergriffen die beiden Engel ihn, seine Frau und seine beiden Töchter an der Hand und führten sie aus Sodom hinaus (1. Mo 19,16). Außerhalb der Stadt gaben sie ihnen die Anweisung, sich so schnell wie möglich auf das Gebirge zu retten und dabei nicht hinter sich zu blicken (1. Mo 19,17). Obwohl Lots Frau die Stadt verlassen hatte, war sie doch mit ihrem Herzen in Sodom geblieben. Sie klebte an der Stadt und konnte sich nur mit großem innerem Widerstand von ihr trennen. So war es nicht verwunderlich, dass sie bei der eiligen Flucht hinter ihrem Mann zurückblieb. Schließlich wurde für sie die Versuchung, hinter sich zu schauen und zu sehen, was mit Sodom geschehen würde, so groß, dass sie sich umblickte und zu einer Salzsäule erstarrte (1. Mo 19,26). Trauriges Ende! Jemand hat einmal treffend gesagt: „Lot hätte in seinem Leben das sein sollen, was seine Frau durch das Gericht Gottes wurde, nämlich Salz der Erde.“ Als Lot sich in Sodom niederließ, tat er es sicher in der Absicht, durch sein Wohnen und Wirken einen positiven Einfluss in der Stadt auszuüben und die Welt zu verändern, doch am Ende wurde er selbst von der Welt verändert. Und nicht nur er: Seine ganze Familie wurde von dem bösen Treiben in Sodom so sehr beeinflusst, dass sie sich innerlich nicht mehr davon trennen konnten (1. Mo 19,31.32).
Im Fall von Lot und seiner Frau zeigt sich, wie unterschiedlich das Ende von Menschen sein kann, die im Leben so eng miteinander verbunden waren wie Mann und Frau in der Ehe. Jahrelang hatten Lot und seine Frau Haus und Bett geteilt – und doch konnte ihr Ende nicht unterschiedlicher sein. Während Lots Frau zurückblieb und im Gericht über Sodom umkam, wurde Lot gerettet. Doch Lot und seine Frau unterscheiden sich nicht nur darin, dass ihr Leben auf dieser Erde unterschiedlich endete. Nein, auch was die Ewigkeit angeht, ist ihr Ende unterschiedlich: Während Lot für alle Ewigkeit gerettet ist, ging seine Frau für alle Ewigkeit verloren. Dieser Unterschied liegt darin begründet, dass Lot an Gott glaubte und ein „Gerechter“ war, während seine Frau zeitlebens ungläubig blieb (2. Pet 2,8).
Der Herr Jesus verweist im Lukasevangelium auf diese Begebenheit und zeigt, dass es bei seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit nicht anders sein wird (Lk 17,24): „An jenem Tag – wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, steige nicht hinab, um es zu holen; und ebenso, wer auf dem Feld ist, wende sich nicht zurück. Erinnert euch an Lots Frau! Wer irgend sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren; wer aber irgend es verliert, wird es erhalten. Ich sage euch: In dieser Nacht werden zwei auf einem Bett sein; der eine wird genommen und der andere gelassen werden. Zwei Frauen werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere aber gelassen werden“ (Lk 17,31–35). So heftig und verheerend wird das Gericht bei seinem Kommen sein, dass schon der Versuch, sich zurückzuwenden und zu retten, das Risiko in sich birgt, dabei umzukommen. Und auch dann wird wieder das persönliche Verhältnis zu Ihm den Unterschied ausmachen: Wer nicht an Ihn glaubt, wird (im Gericht) weggenommen werden. Wer aber an Ihn glaubt, wird gelassen werden und in den Segen des Tausendjährigen Reichs eingehen.
Auch heute ist es nicht anders: Jeder, der an Jesus Christus glaubt und Ihn als Herrn und Heiland annimmt, wird vor dem kommenden Gericht gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird ewig verloren gehen. Darum: Erinnert euch an Lots Frau!
