Das Licht leuchtet in der Finsternis
„Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Joh 1,5).
„Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet“ (Joh 1,9).
„Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse“ (Joh 3,19).
Gott ist Licht und gar keine Finsternis ist in Ihm (1. Joh 1,5). Doch die Welt ist seit dem Sündenfall durch moralische Finsternis gekennzeichnet. Auch der natürliche Mensch ist Finsternis (Eph 5,8). Er befindet sich in der Gewalt der Finsternis (Kol 1,13) und ist verfinstert am Verstand (Eph 4,18). In der Person des Herrn Jesus schien das Licht in der Finsternis, aber die Finsternis hat das Licht nicht erfasst. Der Herr Jesus kam als das Licht in die Welt, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht in der Finsternis bleibe (Joh 12,46). Als das wahrhaftige Licht hat Er jeden Menschen erleuchtet, aber die (meisten) Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, weil ihre Werke böse waren.
Es wurde Nacht
„Und sie sollen in dieser Nacht das Fleisch essen, gebraten am Feuer, und ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen“ (2. Mo 12,8).
„Und es wird geschehen an jenem Tag, spricht der Herr, HERR, da werde ich die Sonne untergehen lassen am Mittag und Finsternis über die Erde bringen am lichten Tag“ (Amos 8,9).
„Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde“ (Mt 27,45).
Als der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha hing, kam von der sechsten bis zur neunten Stunde eine Finsternis über das ganze Land. In diesen Stunden war derjenige, der das Licht ist, von dichter Finsternis umgeben, und derjenige, der den Tag gemacht hatte, von tiefer Nacht umhüllt. An zwei Stellen im Alten Testament können wir vielleicht einen versteckten Hinweis auf diese Finsternis am Kreuz sehen: Das Passahlamm – ein Hinweis auf das Lamm Gottes – musste nach Sonnenuntergang geschlachtet und in der Nacht gegessen werden. Und der Prophet Amos kündigt einen (heute noch zukünftigen) Tag (des Gerichts) an, an dem der Herr die Sonne am Mittag untergehen lassen und Finsternis am lichten Tag über die Erde bringen würde.
In der Finsternis des Gerichts
„Mein Gott! Ich rufe am Tag, und du antwortest nicht; und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe“ (Ps 22,3).
„Du hast mich in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen“ (Ps 88,7).
„Ich bin der Mann, der Elend gesehen hat durch die Rute seines Grimmes. Mich hat er geleitet und geführt in Finsternis und Dunkel“ (Klgl 3,1.2).
Der Herr Jesus war am Kreuz von der sechsten bis zur neunten Stunde nicht nur äußerlich von Nacht umgeben, sondern befand sich in dieser Zeit auch in der Finsternis des göttlichen Gerichts. In diesen drei Stunden litt Er für unsere Sünden und wurde zur Sünde gemacht (2. Kor 5,21; 1. Pet 3,18). Weil Gott Licht ist und Sünde nicht sehen kann, brachte Er Finsternis über seinen Sohn, als dieser am Kreuz mit unseren Sünden beladen war. In dieser Zeit der äußeren Finsternis musste der Heiland auch die furchtbare Finsternis des Gottverlassenseins erdulden. Um uns aus der moralischen Finsternis in das Licht seiner Gegenwart zu bringen, musste Er in die Finsternis des göttlichen Gerichts gehen. Dafür dürfen wir Ihm jeden Tag danken.
