„Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder; und dann komm und bring deine Gabe dar“ (Mt 5,23.24).
Wenn ein Jude damals zum Altar gehen wollte, um Gott ein Opfer darzubringen, konnte es sein, dass ihm bewusst wurde, dass sein Bruder etwas gegen ihn hatte. Hatte er sich vielleicht an seinem Bruder versündigt? Wenn dem so war, dann sollte er nicht zu Hause bleiben und auf das Opfer verzichten, sondern zuerst sein Verhältnis mit seinem Bruder in Ordnung bringen und sich mit ihm versöhnen. Wenn das geschehen war, konnte er kommen und seine Gabe darbringen. Wenn ihm allerdings nichts daran lag, die Sache in Ordnung zu bringen, offenbarte er damit eine böse Gesinnung.
Diesen Vers dürfen wir sicher auch auf uns anwenden: Er zeigt uns, in welcher Haltung wir das Gedächtnismahl des Herrn einnehmen sollen. Der Herr wünscht, dass wir an jedem ersten Tag der Woche an seinem Gedächtnismal teilnehmen und uns dabei an sein Leiden und Sterben erinnern. Dabei sollen wir nicht mit leeren Händen in seiner Gegenwart erscheinen, sondern „Gaben“ – geistliche Schlachtopfer des Lobes und der Anbetung – vor Ihn bringen (1. Pet 2,5; Heb 13,15).
Bevor wir dem Herrn nahen, wollen wir uns allerdings im Selbstgericht prüfen, ob es in unserem Leben vielleicht etwas gibt, was nicht in seine Gegenwart passt. Wenn etwas zwischen uns und unserem Bruder steht, dann wollen wir zuvor hingehen und uns versöhnen, bevor wir unsere Gaben zum Altar bringen. Wie oft vernachlässigen wir das so nötige Selbstgericht! Wenn wir mit ungerichteten und unbereinigten Dingen in der Gegenwart des Herrn erscheinen, verunehren wir nicht nur den Herrn, sondern „essen und trinken uns auch selbst Gericht“ (1. Kor 11,28.29). Darüber hinaus führt diese Haltung dazu, dass die christliche Gemeinschaft unter Brüdern gestört wird und manchmal sogar Streit zwischen Brüdern die Folge ist. Wie viel würde sich ändern, wenn wir wieder neu anfingen, unsere Beziehungen als Brüder in Ordnung zu bringen!
Wir müssen auch bedenken: Wenn wir schlechte Gedanken und Empfindungen über einen Bruder oder eine Schwester zulassen, können wir nicht erwarten, dass Gott Dank oder Anbetung von uns annimmt. Auch von den Israeliten konnte Er keine Gaben annehmen, wenn sie Böses in ihrem Leben duldeten. Wir haben unsere Beziehungen in Ordnung zu bringen, bevor wir dem Herrn nahen können. Darum: Geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder; und dann komm und bring deine Gabe dar!
