Allen Francis Gardiner (1794–1851) wollte mit einigen Brüdern in Christus im Süden Feuerlands eine dauerhafte Missionsstation errichten und war dazu mit zwei kleineren Booten in der abgelegenen Stadt Spaniard Harbour stationiert, weit entfernt von regelmäßigen Versorgungsmöglichkeiten.
Da das erwartete Versorgungsschiff monatelang ausblieb, gingen Vorräte und Munition zur Jagd aus, sodass die Männer in dem extrem rauen Klima nach und nach an Hunger, Entkräftung und Krankheiten starben. Als Letzter der Gruppe starb am 6. September 1851 der Anführer Gardiner selbst.
Als nach einem Monat endlich das Versorgungsschiff eintraf, fanden sie nur die Leichname und die Tagebücher, aus denen wir nachfolgend zitieren:
„Mr. Maidment war gestern so erschöpft, dass er erst gegen Mittag aus dem Bett aufstand, und seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen; folglich habe ich gestern nichts gegessen. Ich kann den Ort, an dem ich mich befinde, nicht verlassen und weiß nicht, ob er noch am Leben ist oder sich in der Gegenwart des gnädigen Gottes befindet, dem er so treu gedient hat. Ich schreibe dies um zehn Uhr vormittags. Gesegnet sei mein himmlischer Vater für die vielen Gnaden, die ich genieße – ein bequemes Bett, keine Schmerzen, nicht einmal Hunger; obwohl ich überaus schwach bin und mich kaum in meinem Bett umdrehen kann, was zumindest eine sehr große Anstrengung ist, aber durch seine überfließende Gnade bin ich in vollkommenem Frieden, erfrischt durch das Bewusstsein der Liebe meines Erlösers und die Gewissheit, dass alles weise und barmherzig bestimmt ist, und ich bete, dass ich den vollen Segen empfangen möge, der mir zweifellos zuteilwerden soll. Meine Sorge ist ganz auf Gott gerichtet, und ich warte nur auf seine Zeit und sein Wohlgefallen, um über mich zu verfügen, wie Er es für richtig hält. Ob ich lebe oder sterbe, möge es nach seinem Willen sein; ich empfehle meinen Körper und meine Seele seiner Fürsorge und Obhut und bete inständig, dass Er meine liebe Frau und meine Kinder unter den Schatten seiner Flügel nimmt, sie tröstet, beschützt, gestärkt und ganz und gar heiligt, damit wir gemeinsam in einer helleren und ewigen Welt seine Güte und Gnade preisen und verehren können, dass Er uns mit seinem kostbaren Blut erlöst und uns wie Brandstücke aus dem Feuer gerettet hat, um uns die Kindschaft zu schenken und uns zu Erben seines himmlischen Reiches zu machen. Amen.“
Ein oder zwei Tage vor seinem Tod hatte ein anderer geschrieben: „Alle meine Lieben zu Hause seien versichert, dass ich in der Nacht, in der ich diese Zeilen schrieb, unbeschreiblich glücklich war und mit keinem Menschen auf der Welt tauschen wollte. Sie mögen auch versichert sein, dass der Himmel und die Liebe und Christus in meinem Herzen waren; dass die Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Hoffnung, die für mich im Himmel aufbewahrt ist, mein ganzes Herz mit Freude und Frohsinn erfüllte und dass für mich das Leben Christus ist und das Sterben Gewinn. Ich bin hin- und hergerissen zwischen zwei Möglichkeiten: im Leib zu bleiben oder abzuscheiden und bei Christus zu sein, was weit besser ist. Sie sollen wissen, dass ich sie geliebt und für jeden von ihnen gebetet habe. Gott segne sie alle.“
„Donnerstag, 12. Juni. Ich bin Tag und Nacht, Stunde um Stunde glücklich. Ob ich ruhe oder wach bin, ich bin überglücklich, mehr, als Worte beschreiben können. Meine Freuden sind bei Ihm, dessen Wonne immer bei den Menschenkindern war, und mein Herz und mein Geist sind im Himmel bei den Seligen … Ich könnte noch viel mehr hinzufügen, aber meine Finger schmerzen vor Kälte, und ich muss sie in meine Kleidung einwickeln; aber mein Herz, mein Herz ist warm, warm vor Lob, Dankbarkeit und Liebe zu Gott, meinem Vater, und Liebe zu Gott, meinem Erlöser.“
