Der Hals ist in Gottes Wort häufig der Körperteil, der für Gehorsam oder Widerspenstigkeit steht. Das Volk Israel wird wiederholt ein halsstarriges oder hartnäckiges Volk genannt (5. Mo 9,6.27; Apg 7,51). Wer halsstarrig oder hartnäckig ist, der beugt sich nicht unter den Willen Gottes.

Deswegen wundert es uns nicht, dass eine gottesfürchtige Haltung des Gehorsams und der Unterordnung in Sprüche 1,8.9 mit einem Halsgeschmeide verglichen wird. Wo immer Gott gehorsame Herzen findet, sind sie Ihm sehr kostbar.

Der Bräutigam im Lied der Lieder sagt zu seiner Braut: „Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, meine Braut; du hast mir das Herz geraubt mit einem deiner Blicke, mit einer Kette deines Halsschmucks. Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, meine Braut“ (Hld 4,9.10). Der Bräutigam ist Christus. Die Braut ist Jerusalem als Sinnbild des gläubigen, jüdischen Überrests, der durch große Bedrängnis dahin gebracht wird, zu Gott umzukehren und mit neuer Sehnsucht das Kommen des Messias zu erwarten. Was muss es für Christus sein, wenn dieses Volk, das seine Widerspenstigkeit durch die Verwerfung und Kreuzigung seines Messias auf die Spitze getrieben hat, dann „voller Willigkeit“ sein wird (Ps 110,3). Nicht mit stolzen Augen, sondern mit ehrfürchtigen und demütigen Blicken werden sie Ihm das Herz rauben. Und ihr Gehorsam wird ihnen wie ein Halsschmuck sein. So werden sie Ihm ihre Liebe beweisen, die für Ihn besser ist als Wein, kostbarer als das Beste, was diese Erde zu bieten hat.

Auch wir können unsere Liebe zu dem Herrn Jesus durch eine gehorsame Haltung beweisen (vgl. Joh 14,21.23). Diese Art von Liebesbeweis ist Ihm so kostbar, dass Er sie mit besonderen Segnungen beantwortet: Er wird sich selbst uns offenbaren, uns immer neue Schönheiten seiner Person zeigen, und Er wird gemeinsam mit dem Vater zu uns kommen, um Wohnung bei uns zu machen, das heißt uns seine Nähe und Gemeinschaft genießen lassen.

Wenn wir Ihm mit einer gehorsamen Haltung, mit einem Herz, das sich seinem Willen willig unterordnet, das Herz rauben können, müsste uns das nicht die größte Motivation sein?