„Und Abimelech rief Abraham und sprach zu ihm: Was hast du uns angetan! Und was habe ich gegen dich gesündigt, dass du über mich und über mein Reich eine große Sünde gebracht hast? Dinge, die nicht getan werden sollten, hast du mir angetan“ (1. Mo 20,9). 

„Und es geschah zu jener Zeit, da sprach Abimelech und Pikol, sein Heeroberster, zu Abraham und sagte: Gott ist mit dir in allem, was du tust“ (1. Mo 21,22). 

Abraham hatte in seinem Leben mehrmals mit Abimelech, dem König von Gerar, zu tun. Obwohl Abimelech ungläubig war, legte er an vielen Stellen einen äußerst ehrenwerten und redlichen Charakter an den Tag. Auch wir leben mit ungläubigen Menschen zusammen, von denen manche einen redlichen und lobenswerten Charakter aufweisen. Sie beobachten uns und sind in der Lage, unser Verhalten nach ihrem eigenen Wertemaßstab zu beurteilen.

In 1. Mose 20 stellt Abimelech Abraham zur Rede, weil dieser seine Frau Sara als Schwester ausgegeben und ihn und sein Haus dadurch in große Schwierigkeiten gebracht hat (1. Mo 20,18). Abraham befand sich zu jener Zeit auf einem Tiefpunkt des Glaubens und konnte kein Zeugnis für seinen Gott sein. Im Gegenteil, Abimelech musste ihn darauf hinweisen, dass er ihm Dinge angetan hatte, „die nicht getan werden sollten“ (1. Mo 20,9). Wie traurig! Der ungläubige Philisterkönig, der keine Glaubensbeziehung zu Gott hatte, musste den Mann des Glaubens tadeln und ihn darauf hinweisen, dass sein Verhalten nicht gut war. Hat das nicht auch uns etwas zu sagen? Wie beschämend für uns, wenn ungläubige Menschen uns für unser Fehlverhalten kritisieren müssen oder wenn sie dadurch sogar in Schwierigkeiten kommen!

Ganz anders stellt sich die Situation in 1. Mose 21 dar. Abraham befand sich zu dieser Zeit auf der Höhe des Glaubens. Sein Leben war vorbildlich und ein glaubhaftes Zeugnis für seine Mitmenschen. Das wurde auch von Abimelech und Pikol, seinem Heerobersten, wahrgenommen. Beide mussten anerkennen, dass Gott mit Abraham war und ihn in allem, was er tat, segnete. Jeder, der Abraham beobachtete oder mit ihm zu tun hatte, musste zu der Schlussfolgerung kommen: Gott war mit ihm. Außerdem erkannte Abimelech, dass sein Wohlergehen von der Güte Abrahams abhing, die er sich durch einen Schwur vonseiten Abrahams garantieren lassen wollte (1. Mo 21,23; vgl. Sach 8,23). Wie schön, wenn es auch bei uns so ist, dass unsere Mitmenschen an der Art und Weise, wie wir unser Leben führen, erkennen, dass Gott mit uns ist!

Dieser Abschnitt zeigt uns im Vorbild, wie Gott auch heute mit uns sein kann. Erst nachdem Abraham Ismael fortgeschickt und seinem Sohn Isaak den rechtmäßigen Platz in seinem Haus als den verheißenen Erben gegeben hat (1. Mo 21,10.14), kommen Abimelech und Pikol und sagen ihm, dass Gott mit ihm ist. Das wird auch bei uns nicht anders sein: Erst wenn wir Christus, auf den Isaak hinweist, den rechtmäßigen Platz in unserem Leben geben und das Fleisch, wovon Ismael spricht, abweisen, indem wir uns der Sünde für tot halten, wird die Welt erkennen können, dass Gott mit uns ist.