„Und Samuel nahm einen Stein und stellte ihn auf zwischen Mizpa und Schen, und er gab ihm den Namen Eben-Eser und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen“ (1. Sam 7,12).  

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,20). 

„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“ (Heb 13,8). 

Wieder stehen wir am Ende eines Jahres und blicken erwartungsvoll, aber vielleicht auch ängstlich und sorgenvoll auf das neue Jahr, das vor uns liegt. Der Jahreswechsel bietet immer eine besondere Gelegenheit, um einmal innezuhalten und nachzudenken. Zum einen dürfen wir mit Dankbarkeit auf das vergangene Jahr zurückblicken und dem Herrn dafür danken, dass Er uns bis hierher geholfen hat (1. Sam 7,12). Zum anderen dürfen wir mit Zuversicht auf das kommende Jahr vorausblicken, da wir wissen, dass der Herr jeden Tag des neuen Jahres genau kennt und weiß, was uns das neue Jahr bringen wird. Außerdem rückt das Kommen des Herrn Tag für Tag näher. Und vielleicht ist das kommende Jahr das Jahr, in dem Er uns zu sich in die Herrlichkeit holen wird.

Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, dann dürfen wir dankbar sein, dass der Herr uns in seiner Gnade ein weiteres Jahr geschenkt hat – ein Jahr, das für manche von uns vielleicht nicht einfach war, aber ein Jahr, in dem der Herr jeden Tag bei uns war und in dem wir ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Ihm machen durften. Dadurch hatten wir sicher oft die Gelegenheit, unseren Heiland besser kennenzulernen und mehr von seinen Herrlichkeiten zu sehen. Haben wir nicht täglich seine Liebe und Gnade, aber auch seine reiche Fürsorge erfahren? Kam Er uns nicht immer dann zu Hilfe, als wir in Schwierigkeiten waren? Haben wir nicht gerade dann seinen Trost erfahren, als wir traurig waren? Und haben wir nicht oft seine Barmherzigkeit erlebt, als die Situation verfahren oder gar ausweglos war? Wie oft hat Er vielleicht gerade notvolle Umstände benutzt, um unseren Blick auf sein Wort zu richten und um unser Herz für Ihn zu erwärmen!

Aber das vergangene Jahr war auch ein Jahr, in dem die Gnade Gottes für verlorene Sünder da war und Gott seine große Errettung allen Menschen angeboten hat. So wie die Langmut in den Tagen Noahs harrte, so harrte die Gnade Gottes ein weiteres Jahr und wartet bis zum heutigen Tag auf Sünder, die Buße tun. Wenn der Herr noch nicht gekommen ist, dann deshalb, „weil Er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen“ (1. Pet 3,20; 2. Pet 3,9.15). Wie langmütig ist Er doch!

Doch der Jahreswechsel bietet nicht nur Gelegenheit, zurückblicken, sondern auch auf das neue Jahr vorauszublicken. Wir wissen nicht, was es uns bringen wird, aber wie gut, dass der Herr es weiß! Er kennt jeden Tag des neuen Jahres und weiß, was es uns persönlich und gemeinsam bringen wird. Doch eins steht fest: Was auch immer uns im neuen Jahr begegnen wird – nichts geschieht ohne seinen Willen. Außerdem dürfen wir immer daran festhalten, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind“ (Röm 8,28).

Auch für das neue Jahr gilt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt 28,20). So wie der Herr das vergangene Jahr mit uns gewesen ist, so wird Er auch das neue mit uns sein. Und nicht nur das: „Tag für Tag trägt Er unsere Last“ (Ps 68,20). Er weiß ganz genau, was Er uns auferlegen kann. Ja, „Gott ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt“ (1. Kor 10,13).

Der Jahreswechsel spricht auch von Veränderung. Er erinnert uns daran, dass wir älter werden und uns sicherlich auch verändern. Selbst das Universum verändert sich, aber unser Herr nicht. Bei Ihm ist keine Veränderung noch der Schatten eines Wechsels (Jak 1,17). Er bleibt immer derselbe: „gestern und heute und in Ewigkeit“ (Heb 13,8). „Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!“ (5. Mo 32,4). Diese Tatsache darf uns Mut machen – auch vor Beginn eines neuen Jahres.

So haben wir allen Grund, mit Zuversicht in das neue Jahr zu gehen: Wir gehen an seiner Hand. Er ist bei uns und wird uns ganz gewiss ans Ziel bringen. Daran dürfen wir festhalten und darauf dürfen wir uns jeden Tag freuen! Der Herr kommt bald! Mit diesem Vertrauen möchten wir mit Ihm in das neue Jahr gehen.