„HERR, ich habe deinen Namen angerufen aus der tiefsten Grube. Du hast meine Stimme gehört; verbirg dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, meinem Schreien! Du hast dich genaht an dem Tag, als ich dich anrief; du sprachst: Fürchte dich nicht! Herr, du hast die Rechtssachen meiner Seele geführt, hast mein Leben erlöst“ (Klgl 3,55–58).

In der tiefsten Grube rief der Dichter der Klagelieder, vermutlich Jeremia, zu Gott. Und Gott nahte sich ihm mit einem „Fürchte dich nicht!“[1]. Erst danach kam die Befreiung seiner Seele, die Erlösung seines Lebens.

So ist es oft. Erst erhalten wir Trost. Und dieser kommt schon an dem Tag, an dem man ruft. Dann erfolgt erst später die Rettung. Bist du mit der Tröstung Gottes zufrieden, solange die Rettung aus der Schwierigkeit noch nicht Realität ist?


Fußnoten:

  1. Das ist übrigens das einzige direkte Wort aus dem Mund Gottes in dem Buch der Klagelieder. Es ist dieser bekannte und trostreiche Ruf. Ein Ruf, der hineingeht auch in die tiefste Grube unseres Lebens!