Der Bibelausleger William Kelly vermerkte einmal, dass Hesekiel 40 bis 48 eigentlich nicht schwerer zu verstehen sei als die Beschreibung der Stiftshütte im zweiten Buch Mose. Es gibt sehr viele Details und manche offene Frage. (Bei der Beschreibung des Tempels zum Beispiel finden wir sehr wenig Höhenangaben.) Der Unterschied ist nur der, dass man sich mit der Stiftshütte intensiv beschäftigt und viele gute Literatur zur Verfügung hat, während die Kapitel in Hesekiel brachliegen.

Wichtig ist, dass man die Kapitel messianisch versteht und ihre buchstäbliche Erfüllung im Reich Christi sieht. Eine Vergeistlichung vorzunehmen und das alles auf die Kirche zu transferieren, muss scheitern. Ein bekannter Vertreter der Vergeistlichungstheorie schrieb einmal: „Wie man das zu verstehen hat, erklärt niemand, und ich möchte nicht darüber mutmaßen.“ Das ist eine Kapitulation.

Das, was die meisten Christen davon abhält, zu glauben, dass man die Kapitel messianisch verstehen muss, liegt in dem Opferdienst, der ihrer Meinung nach im Widerspruch zum Hebräerbrief steht. Aber sie übersehen etwas ganz Einfaches: Es gibt einen Wechsel in der Haushaltung. Wenn sich schon die Stellung des Herrn gewaltig verändert (denn er wird nicht mehr verborgen im Heiligtum des Himmels sein, sondern sichtbar erscheinen), warum soll auf der Erde nicht ein anderer Zustand gefunden werden? Es liegt dem Menschen so nahe, nur an sich zu denken und nicht auf das zu sehen, was Gott in seiner vielfältigen Gnade noch wirken kann.

Der Opferdienst wird buchstäblich wieder eingerichtet. Unter dem ersten Bund verwiesen die Opfer voraus auf das Opfer Christi. Unter dem neuen Bund werden sie zurückweisen auf das Opfer Christi. Sünden werden weder jene noch diese Opfer wegtun können.

Es ist deutlich: Gott möchte zu aller Zeit ein sichtbares Monument des wunderbaren Opfers Christi haben. Selbst in der Zeit des Christentums, in der an sich alles geistlich ist und mit dem Glauben verbunden ist, hat Gott ein sichtbares Zeichen für das Opfer Christi eingerichtet: das Brechen des Brotes und das Trinken aus dem Kelch.