„Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe“ (2. Mo 19,4).
Bereits kurz nach seinem Auszug aus dem Land Ägypten – es war der dritte Monat (2. Mo 19,1) – erinnert Gott sein Volk daran, was Er für sie getan hatte. Sie hatten ja miterlebt, wie Er sich mächtig an den Ägyptern erwiesen hatte, um sie aus der Knechtschaft Ägyptens zu befreien, und wie Er sie seitdem auf Adlers Flügeln getragen und zu sich gebracht hatte. Sie sollten sich immer dessen bewusst bleiben, was der Herr für sie getan hatte.
Dies gilt auch für uns. Auch wir sollten uns immer bewusst sein, was der Herr bis zum heutigen Tag für uns getan hat. Darum haben diese Worte auch uns etwas zu sagen.
Ihr habt gesehen
Die Israeliten hatten gesehen – nicht nur gehört oder davon gelesen, sondern hautnah miterlebt, was der Herr an den Ägyptern getan hatte. Sie hatten auch gesehen, was nötig gewesen war, um ihre erstgeborenen Söhne retten zu können. Das alles war sicher nicht spurlos an ihnen vorübergegangen.
Auch für uns genügt es nicht, von der Errettung im Herrn Jesus nur gehört oder gelesen zu haben. Nein, wir müssen die Errettung vor dem Gericht Gottes und die Befreiung aus der Knechtschaft Satans persönlich erlebt und erfahren haben. Alles andere wird uns nichts nützen.
Was ich getan habe
Die Israeliten hatten die große Errettung, die der Herr für sie bewirkt hatte, miterlebt. Sie waren Augenzeugen der zehn Plagen gewesen, die Er über das Land Ägypten gebracht hatte, und hatten schließlich gesehen, wie die Streitmacht Pharaos in den Fluten des Roten Meeres umgekommen war.
Auch wir dürfen an dieser Stelle daran denken, was der Herr Jesus für uns am Kreuz von Golgatha getan hat. Dort hat Er die Frage unserer Sünden und der Sünde an sich ein für alle Mal geklärt und einen großen und endgültigen Sieg über Satan errungen. Sind wir uns des hohen Preises, den der Herr für uns bezahlt hat, immer bewusst?
Wie ich euch getragen habe
Der Herr hatte das Volk nicht nur aus der Knechtschaft Ägyptens befreit, sondern es auch auf Adlers Flügeln bis in die Wüste Sinai getragen (2. Mo 19,2.4). Er hatte sie nicht nur durch die Wüste geführt oder ihnen in bestimmten Situationen geholfen – nein, Er hatte sie den ganzen Weg getragen.
Das, was damals für die Israeliten galt, gilt im übertragenen Sinn auch für uns: Der Herr hat uns nicht vor dem ewigen Gericht gerettet und uns aus der Macht Satans erlöst, um uns anschließend uns selbst zu überlassen. Nein, Er trägt uns auf Adlers Flügeln durch diese Welt und sorgt unermüdlich für uns. Danken wir Ihm jeden Tag dafür?
Wie ich euch zu mir gebracht habe
Die Israeliten hatten gesehen, wie der Herr sie aus Ägypten befreit, durch die Wüste getragen und schließlich zu sich (an den Berg Sinai) gebracht hatte: Sie sollten sein Eigentum sein, ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation (2. Mo 19,5.6).
Während der Herr die Israeliten damals nur äußerlich in seine Nähe gebracht hatte, trifft das auf uns in einem noch viel tieferen Sinn zu: Wir, die wir einst fern waren, sind durch das Blut des Christus nahe geworden (Eph 2,13). Wir sind Kinder Gottes und dürfen ungetrübte Gemeinschaft mit Ihm haben (1. Joh 3,1). Und der Augenblick ist nicht mehr fern, wo Er uns zu sich in das Haus des Vaters holen wird, wo wir in alle Ewigkeit in seiner unmittelbaren Gegenwart sein werden. Wie unaussprechlich herrlich wird das sein!
