Wenn Kinder Gottes sündigen, geschehen zwei Dinge:

  1. Der Sachwalter beim Vater wird tätig (1. Joh 2,2). Er spricht zu dem Vater für uns und wendet das Wort Gottes auf uns an, damit wir wiederhergestellt werden (vgl. Joh 13).
  2. Gleichzeitig wird der Verkläger der Brüder vor Gott (vgl. Off 12 und Sach 3) aktiv. Er sorgt auch dafür, dass über das Böse geredet und es möglichst weit ausgebreitet wird. Das Wort „verleumderisch“, das dreimal in der Bibel vorkommt, ist das griechische Wort diabolos (1. Tim 3,11; 2. Tim 3,3; Tit 2,3). Das zeigt klar, wer hinter Verleumdungen, übler Nachrede, schlechten Worten steht.[1]

Wem folgen wir, dem Sachwalter oder dem Ankläger? Wenn eine Sünde geschieht, sollen wir für den Bruder beten. Und wir sollen dem anderen die Füße waschen. Das zeigt 1. Johannes 5,16 und Johannes 13,14.

Wir sollen bei Sünde nicht unseren Bruder, unsere Schwester vor Gott anklagen und versuchen, das Böse so weit wie möglich auszubreiten. Das können wir getrost dem Teufel überlassen.[2]


Fußnoten:

  1. Verleumderisch bedeutet im juristischen Sinn, dass die Unwahrheit verbreitet wird; bei dem Wort diabolos geht es aber auch um das Durcheinander, das entsteht, wenn Schlechtes aller Art ausgebreitet wird.
  2. Es kann sein, dass man etwas Böses gezielt weitergibt, wenn es dazu benutzt wird, den Prozess der Wiederherstellung einzuleiten oder zu begleiten. Dementsprechend sagten die Hausgenossen der Chloe dem Apostel Paulus etwas über den schlechten Zustand der Korinther (1. Kor 1). Das sind aber begründete Ausnahmen.