Das Fest der Wochen (3. Mo 23,15–22), das auch Pfingstfest genannt wird, stellt bildlich die Zeit der Versammlung vor, in der der Heilige Geist auf der Erde wohnt.

Es hat viele schon gewundert, dass bei diesem Fest zwei Brote von jeweils zwei Zehntel Feinmehl bei dem neuen Speiseopfer gebracht werden sollten. Warum wurde nicht ein Brot verwendet? Wäre das nicht eine schöne Verbindungslinie zum Neuen Testament gewesen, wo es heißt: „Ein Brot, ein Leib sind wir, die Vielen“ (1. Kor 10,17)?

Nun, es geht bei dem Fest der Wochen aber nicht darum, ein Bild von dem einen Leib in seiner himmlischen Verbindung mit Christus vorzustellen.[1] Es geht vielmehr darum, den Zeugnischarakter der Versammlung Gottes auf der Erde zu zeigen (was auch viel besser zu der Gedankenführung in 3. Mose 23 passt). Und da ist die Zahl zwei sehr passend, denn die Zahl zwei ist die Mindestzahl, wenn Zeugen berufen werden.

Diesen Zeugnischarakter sehen wir auch bei der Versammlung, wie sie der Apostel Johannes darstellt. Da sind einerseits die Leuchter auf der Erde; da ist andererseits eine himmlische Stadt, die ihr Licht auf diese Erde werfen wird (Off 2–3; Off 21). Das ist nicht die höchste Sichtweise auf die Versammlung Gottes, aber sie ist notwendig, denn so wird deutlich, dass Gott sich durch die Versammlung ein Zeugnis erhält. Dieses Zeugnis wird auf der Erde gefunden, solange Israel beiseitegesetzt ist, und dieses Zeugnis wird dann vom Himmel ausgehen, wenn  Israel wieder angenommen sein wird.


Fußnoten:

  1. Die Versammlung besteht aus Nationen und Juden, die zu einer Einheit geworden sind.